Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

10.02.2012

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.EinsExtra Aktuell
    09:00 - 20:00 Uhr
  • VideoLivestream.tagesschau 11:45 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 04:50 Uhr
Inhalt
Wirtschaft
Finanzberatung
Bankberatung laut Test weiter "jämmerlich"
Neuer Test deutscher Geldinstitute

Bankberatung weiter "jämmerlich"

Die Anlageberatung bei Banken ist nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest in vielen Fällen "jämmerlich". Wenige Monate nach Einführung der neuen Regeln für die Beratung von Bankkunden testete die Stiftung in insgesamt 146 Beratungsgesprächen 21 Geldhäuser. Fazit: Sechs Mal schnitten die Institute mit einem "mangelhaft" ab, die Note "gut" wurde gar nicht vergeben. Als beste Note verteilten die Prüfer der Zeitschrift "Finanztest" eine 3,1.

Seit Jahresbeginn sind die Geldinstitute gesetzlich verpflichtet, bei einer Anlageberatung über Wertpapiere ein Beratungsprotokoll auszustellen. Bei 126 der Testgespräche seien Wertpapiere Gegenstand der Beratung gewesen. Bei mehr als der Hälfte dieser Fälle sei trotz Nachfrage das Protokoll verweigert worden.

Noch schlechter als im vergangenen Jahr

Stiftung Warentest (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Schon zum zweiten Mal nahm die Stiftung Warentest die Bankberatung unter die Lupe. ]
Insgesamt schnitten die untersuchten Geldhäuser noch schlechter ab als bei einer vergleichbaren Studie der Stiftung Warentest im Sommer 2009. Damals bekamen zwei Geldinstitute die Note "mangelhaft". Nach wie vor erkundigten sich viele Berater nicht nach den finanziellen und persönlichen Verhältnissen ihrer Kunden und missachteten damit elementare Grundregeln der Beratung, teilten die Tester mit.

Versteckte Kosten, zu hohes Risiko

Ein weiteres Problemfeld sei noch immer die Auswahl der angepriesenen Kapitalanlagen. Zwar habe es im Vergleich zu 2009 leichte Verbesserungen gegeben. "Trotzdem mussten wir feststellen, dass den Kunden weiter ungeeignete oder zu riskante Produkte empfohlen und ihre eigenen Wünsche häufig nicht berücksichtigt werden", sagte Warentest-Finanzexpertin Stephanie Pallasch. Außerdem würde häufig nicht über wesentliche Eigenschaften und Kosten des Anlageproduktes aufgeklärt.

In der Studie, die in der Zeitschrift "Finanztest" nachzulesen ist, erreichten die Sparkasse Hannover, die Hamburger Sparkasse und die Kreissparkasse Köln mit der Note "befriedigend" das beste Ergebnis. Mit "mangelhaft" schnitten hingegen die HypoVereinsbank, die Postbank, BW Bank, Targo Bank, Nassauische Sparkasse sowie die Volksbank Mittelhessen ab.

Link:

Link Anlageberatung im Test

Ergebnisse im Überblick bei "Finanztest"

Damit sei das Ergebnis der Untersuchung "noch verheerender" ausgefallen als beim vorangegangenen Test, so das Fazit der Tester. "Die Blamage geht weiter", sagte "Finanztest"-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen.

Was tun mit 35.000 Euro?

Stiftung Warentest rät Verbrauchern auf Grund der Ergebnisse, sich in Finanzfragen nicht auf einen einzigen Bankberater zu verlassen, sondern stets verschiedene Vorschläge einzuholen. Auch sollten Kunden auf ein Beratungsprotokoll bestehen. Mitarbeiter der Verbraucherschutzorganisation hatten für den Test insgesamt 146 Gespräche bei den Banken geführt. Sie ließen sich darüber beraten, wie sie ein Vermögen von 35.000 Euro am besten zehn Jahre lang anlegen könnten.

"Falsche Vorgaben aus den Chefetagen"

Mit heftiger Kritik reagierte das Verbraucherministerium auf die Testergebnisse. "Viele Banken haben aus ihren Fehlern wenig gelernt und leisten sich weiterhin gravierende Versäumnisse", erklärte ein Sprecher des Ministeriums. "Es kann nicht sein, dass gerade in den Beratungsgesprächen gesetzliche Vorgaben teilweise bewusst umgangen werden." Schuld seien wohl die "falschen Vorgaben aus den Chefetagen".

Stand: 20.07.2010 16:32 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW