LKW der Marke Iveco stehten auf einem Parkplatz bei Hildesheim. | Bildquelle: dpa

Wegen Kartellabsprachen Bahn verklagt Lkw-Hersteller

Stand: 20.12.2017 11:31 Uhr

Wegen Preisabsprachen haben mehrere Lkw-Hersteller bereits 3,8 Milliarden Euro als Kartellstrafe bezahlt. Nun droht Daimler, Iveco, MAN und anderen weiterer Ärger. Denn die Bahn will Schadensersatz. Das könnte teuer werden.

Die Deutsche Bahn verklagt die am Lkw-Kartell beteiligten Firmen auf Schadensersatz. Die gemeinsame Klage richte sich unter anderem gegen Daimler und die Volkswagen-Tochter MAN, sagte eine Sprecherin des Konzerns und bestätigte damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Dem Blatt zufolge soll die Klage gegen DAF, Daimler, Iveco, MAN und Volvo/Renault in den kommenden Tagen eingereicht werden.

Die Bahn - am Markt vertreten durch ihre Logistiktochter DB Schenker - vertritt in dem Rechtsstreit auch die Interessen der Bundeswehr und von mehr als 40 weiteren Firmen. Laut "SZ" gehören zu den Unternehmen, die ihre Ansprüche an die Bahn abgetreten haben, auch Betreibergesellschaften der deutschen Flughäfen sowie große Handels- und Logistikfirmen.

Es geht wohl um 35.000 Fahrzeuge

Sie argumentieren, die Absprachen der Lkw-Hersteller hätten sie beim Kauf von Lastwagen insgesamt vermutlich Milliarden-Summen gekostet. Bei der Klage, die beim Landgericht München eingereicht werden soll, geht es um den Kauf von insgesamt 35.000 Fahrzeugen und ein Einkaufsvolumen von zwei Milliarden Euro.

Wie viel Schadensersatz die Kläger genau fordern, ließen sie zunächst offen. Die Hersteller sahen die Ansprüche laut dem Bericht kritisch, äußerten sich aber nicht zu den Details. Man werde die Ansprüche prüfen, sagte eine Daimler-Sprecherin, aber auch gegen unberechtigte Ansprüche vorgehen.

"Ein enormer Schaden"

"Mit den illegalen Preisabsprachen wurde uns und den anderen Geschädigten ein enormer Schaden zugefügt", sagte der zuständige Bahn-Vorstand Ulrich Weber. Allein die konzerneigene Spedition DB Schenker sei mit mehreren Tausend Lastwagen betroffen. In dem Fall geht es um Lkw-Verkäufe zwischen 1997 bis 2011.

Die EU-Kommission hatte ermittelt, dass mehrere Lkw-Hersteller zwischen 1997 und 2011 verbotene Kartellabsprachen getroffen hatten. Sie verhängte in der Folge Rekordgeldbußen von 3,8 Milliarden Euro gegen die Anbieter. Nun drohen den Herstellern weitere finanzielle Folgen durch die Schadensersatzansprüche.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Dezember 2017 um 09:00 und 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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