Selbstfahrendes Auto von Daimler

Politik hilft Daimler und BMW A9 als Teststrecke für Autos ohne Fahrer

Stand: 15.04.2017 12:13 Uhr

Seit Jahren experimentieren BMW und Daimler mit selbstfahrenden Autos - doch Google könnte die deutschen Hersteller bei dem Thema abhängen. Darum reagiert nun die Politik. Sie will auf der A9 in Bayern und der A81 in Baden-Württemberg Teststrecken einrichten.

Die Pläne für die A9 machte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in einem Interview mit der "FAZ" publik. Er sprach von einem Pilotprojekt "Digitales Testfeld Autobahn". Kurz darauf regte der baden-württembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid ähnliche Testabschnitte für die A81 in Baden-Württemberg an. Dem SPD-Politiker zufolge sollen die Tests für automatisiertes Fahren zunächst auf Autos beschränkt werden, danach könnten sie auf Lkw ausgeweitet werden.

Mithilfe von Ausnahmegenehmigungen testen Daimler und BMW ihre autonomen Fahrzeuge auch jetzt schon vereinzelt auf deutschen Autobahnen. Dabei beschleunigen, bremsen und lenken die Fahrzeuge tatsächlich eigenständig, auch die Spur wechseln sie ohne Hilfe - allerdings sitzt trotzdem immer ein Fahrer hinterm Steuer, um notfalls einzugreifen.

Selbstfahrendes Auto von Daimler
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Groß und schnittig - das selbstfahrende Auto von Daimler

Autos, die mit der Straße kommunizieren

Bei den künftigen Testläufen auf der A9 und der A81 soll es darum gehen, weitere Erfahrungswerte zu sammeln. Dafür sollen die Teststrecken unter anderem mit Sensoren ausgestattet werden, die dann wiederum mit Sensoren in den selbstfahrenden Autos "kommunizieren". So könnten die Fahrzeuge beispielsweise frühzeitig informiert werden, wenn sich vor ihnen ein Unfall ereignet hat.

Die großen deutschen Autobauer hatten zuletzt massiv für mehr Testmöglichkeiten hierzulande geworben. So forderte Daimler-Chef Dieter Zetsche kürzlich, die Bundesregierung müsse noch in diesem Jahr gesetzliche Voraussetzungen zur Erprobung von Autos ohne Fahrer schaffen. Er befürchte gravierende Nachteile für die deutsche Autoindustrie, wenn die Politik nicht tätig werde.

Selbstfahrendes Auto von Google
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Klein und knuffig - das selbstfahrende Auto von Google

Hinter den Äußerungen Zetsches steht auch die Angst, die deutschen Hersteller könnten von ausländischen Wettbewerbern abgehängt werden - zum Beispiel auch von solchen, die gar nicht der Pkw-Industrie entstammen. So hatte Google jüngst angekündigt, für Tests seines ersten selbstfahrenden Autos eine Flotte aus 150 Wagen aufzubauen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Januar 2015 um 15:00 Uhr.

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