AT&T-Logo an einem Haus | Bildquelle: dpa

Mega-Übernahme in den USA AT&T kauft Medienkonzern Time Warner

Stand: 23.10.2016 03:34 Uhr

In den USA soll ein neues Medien- und Unterhaltungsimperium entstehen: Das Telekommunikations-Unternehmen AT&T übernimmt den Medienkonzern Time Warner. Der Kaufpreis liegt bei mehr als 85 Milliarden Dollar. Zu Time Warner gehören die Sender CNN und HBO.

Der Telekommunikationskonzern AT&T hat bislang vor allem Netze für Handys und Internet angeboten. Jetzt kauft er sich auch die Inhalte dazu: AT&T übernimmt den Medienkonzern Time Warner. Der Kaufpreis betrage 85,4 Milliarden Dollar (78 Mrd. Euro), teilten beide Seiten mit. Inklusive übernommener Schulden liegt die Summe demnach bei 108,7 Milliarden Dollar.

In Finanzkreisen war schon länger spekuliert worden, dass Time-Warner-Chef Jeff Bewkes sein Unternehmen zum Verkauf stellen könnte. Zu Time Warner gehören der Sender CNN sowie der Film- und Seriensender HBO, der unter anderem die vielfach ausgezeichnete Serie "Game of Thrones" produziert. Außerdem besitzt AT&T künftig das Filmstudio Warner Bros.

"Unternehmen ergänzen sich perfekt"

AT&T-Chef Randall Stephenson | Bildquelle: REUTERS
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"Inhalt gewinnt immer", kommentierte AT&T-Chef Stephenson die Fusion.

Chef wird der Vorstandsvorsitzende von AT&T, Randall Stephenson. Die beiden Unternehmen ergänzten sich perfekt, erklärte er. Mit dem Deal verfüge das Telekommunikationsunternehmen künftig über "die weltbesten Premium-Inhalte und die Netzwerke, um diese an jeden Bildschirm zu liefern, wann immer die Kunden wollen".

Vor zwei Jahren hatte bereits der Konkurrent 21th Century Fox aus dem Firmenimperium des Medienmagnaten Rupert Murdoch zu einer Übernahme angesetzt, gab jedoch schließlich auf. Time Warner hatte damals ein Angebot über 85 Dollar pro Aktie ausgeschlagen. AT&T will nun 107,50 Dollar pro Aktie zahlen.

Geschäft mit TV- und Filminhalten

Mit der Übernahme stößt AT&T mit seinem Mobilfunk- und TV-Satellitengeschäft sowie Internetdiensten weit ins Geschäft mit TV- und Filminhalten hervor. Damit folgt der Telekommunikationskonzern einem Branchentrend: Die Telekomkonzerne suchen nach neuen stabilen Geldquellen und exklusiven Inhalten für ihre Netze, weil die Erlöse im klassischen Kerngeschäft unter Druck stehen. Aber auch die Sender stehen unter Druck, da immer mehr Zuschauer Filme und Serien übers Internet anschauen. So kaufte in den USA der Kabel-Anbieter Comcast im Jahr 2011 das Unternehmen NBC Universal mit der gleichnamigen NBC-Senderkette und dem Universal-Filmstudio. Der Telekommunikationskonzern Verizon hat zudem gerade das Internet-Kerngeschäft von Yahoo übernommen.

AT&T ist der zweitgrößte Mobilfunkanbieter in den USA und der drittgrößte Kabelfernsehprovider des Landes. Das Zusammengehen mit Time Warner bedarf noch der Zustimmung der US-Wettbewerbsbehörde. Mit einer Entscheidung wird erst im kommenden Jahr gerechnet. Der Kandidat der Republikaner, Donald Trump kündigte bereits an: Er als Präsident würde den Zusammenschluss ablehnen.

Mit Informationen von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Oktober 2016 um 03:48 Uhr.

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