Argentinische Flaggen | Bildquelle: picture alliance / Arco Images G

Milliardenangebot im Schuldenstreit Argentinien umschmeichelt die "Geierfonds"

Stand: 06.02.2016 13:31 Uhr

Argentinien ist im jahrelangen Schuldenstreit seinen US-Gläubigern entgegengekommen: Die neue Regierung von Präsident Macri bietet den Hedgefonds 6,5 Milliarden Dollar an - und hofft im Gegenzug, wieder vollen Zugang zu den Kapitalmärkten zu erhalten.

Der argentinische Staat und US-Gläubiger liegen seit 14 Jahren im Streit um die Rückzahlung von Geldern in Milliardenhöhe - jetzt nähern sich beide Seiten aber an: Die neue argentinische Regierung bietet den klagenden Investoren 6,5 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro) an, teilte der gerichtlich bestellte Vermittler Daniel Pollack in New York mit. Zwei von sechs führenden Gläubigern hätten das Angebot bereits angenommen.

Die Kläger, die sich im Gegensatz zu 93 Prozent der anderen Gläubiger einer Umschuldung verweigern, sind vor allem Hedgefonds, die nach der Staatspleite 2001 fast wertlose Schuldtitel des Landes aufgekauft hatten und die volle Rückzahlung von insgesamt rund neun Milliarden Dollar fordern. Sollten alle Gläubiger das jetzige Angebot annehmen, entspräche es einem Abschlag von etwa einem Viertel.

Parlament muss noch Ja sagen

Der eingereichte Kompromissvorschlag muss aber noch vom argentinischen Parlament bestätigt werden. Dies könnte angesichts der Mehrheitsverhältnisse schwierig werden.

Im Jahr 2014 hatte der anhaltende Schuldenstreit Argentinien in eine neue Krise gestürzt. Ein New Yorker Gericht entschied, dass das Land die Schulden begleichen müsse, bevor es weiter andere Staatsanleihen bedienen kann. Dies führte dazu, dass Argentinien als "teilweise zahlungsunfähig" eingestuft wurde, obwohl es über Devisenreserven verfügt. Südamerikas zweitgrößte Volkswirtschaft wurde zudem weitgehend von den internationalen Kapitalmärkten abgeschnitten.

Argentiniens damalige Präsidentin Cristina Kirchner hatte öffentlich einen Feldzug gegen die von ihr so betitelten "Geierfonds" gestartet. Macri hingegen pochte bereits im Wahlkampf auf neue Verhandlungen mit den Hedgefonds. Der ungelöste Schuldenstreit halte Investoren ab, argumentierte er.

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