Apple-Chef Tim Cook | Bildquelle: AP

Apple-Streit mit FBI Cook will nicht klein beigeben

Stand: 21.03.2016 20:00 Uhr

Das FBI pocht darauf, das verschlüsselte iPhone eines Attentäters knacken zu dürfen. Doch Apple will weiter nicht nachgeben. Konzernchef Cook sieht darin den Datenschutz grundsätzlich in Gefahr. Er äußerte sich bei der Vorstellung des neuen "Einsteiger-iPhones".

Apple-Chef Tim Cook will im Streit mit dem FBI über die Verschlüsselung des iPhones weiter Widerstand leisten. Sein Unternehmen schulde es seinen Kunden für den Datenschutz einzustehen, sagte er in der Apple-Zentrale im kalifornischen Cupertino.

Das FBI will Apple per Gerichtsbeschluss dazu zwingen, mit einer speziellen Software ein iPhone zu entsperren, das einem der Attentäter des Anschlags von San Bernardino Anfang Dezember gehörte.

Das Unternehmen argumentiert, dass damit die Tür für Hackerangriffe auf alle iPhones geöffnet werde, während die Staatsanwaltschaft darauf beharrt, dass sie von Apple nur den Code will, um sich in ein einziges iPhone zu hacken und so die nationale Sicherheit zu schützen. Zu dem Streit ist für Dienstag eine mit Spannung erwartete Anhörung vor einem kalifornischen Richter angesetzt.

Neues "Einsteiger-iPhone"

Cook äußerte sich anlässlich einer Präsentation neuer Produkte. Vorgestellt wurde dabei auch ein neues kleineres iPhone. Das iPhone SE sieht äußerlich aus wie das iPhone 5 - enthält aber diverse Technologien der aktuellen größeren Modelle der 6er-Serie wie den schnelleren Prozessor, eine 12-Megapixel-Kamera und einen NFC-Chip unter anderem für mobile Bezahlsysteme wie Apple Pay.

Den Preis setzte Apple für seine Verhältnisse niedrig an: ab 489 Euro in Europa und ab 399 Dollar in den USA. Zuletzt wurde hierzulande das iPhone 5s aus dem Jahr 2013 als Einstiegsgerät für gut 500 Euro verkauft.

Der Konzern hält sich bislang konsequent aus dem Marktsegment der günstigen Smartphones heraus, obwohl Analysten schon vor Jahren dazu gedrängt hatten. Dadurch ist der Marktanteil niedriger als er sein könnte - aber die Strategie sichert Apple die hohen Milliardengewinne.

Zuletzt hatte sich aber das Wachstum der iPhone-Verkäufe verlangsamt, für das laufende Quartal wird der erste Absatzrückgang seit dem Start 2007 erwartet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. März 2016 um 18:37 Uhr

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