Apple-Logo mit Kopf von Tim Cook  | Bildquelle: dpa

Streit mit dem FBI Google und Whatsapp springen Apple bei

Stand: 18.02.2016 11:45 Uhr

Im Streit um die verschlüsselten Handydaten eines Attentäters bekommt Apple Unterstützung: Google-Chef Pichai warnte vor einem "besorgniserregenden Präzedenzfall". Whatsapp-Gründer Koum äußerte sich noch deutlicher. Auch im US-Wahlkampf spielt das Thema jetzt eine Rolle.

Apple bekommt in seiner Kraftprobe mit den US-Behörden um die Entsperrung eines iPhones Unterstützung aus den Chefetagen von Google und Whatsapp.

Google-Chef Sundar Pichai warnte, die Forderung an ein Unternehmen, das Hacken von Geräten und Daten seiner Kunden zu ermöglichen, "könnte ein besorgniserregender Präzedenzfall werden" und die Privatsphäre von Nutzern verletzen. Er hoffe auf eine bedachte und offene Diskussion zu dem Thema, schrieb Pichai in einer Serie von Tweets.

Apple verweigert Datenweitergabe an das FBI
nachtmagazin 00:00 Uhr, 18.02.2016, Stefan Niemann, ARD Washington

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Der Gründer des Kurzmitteilungsdienstes Whatsapp, Jan Koum, stärkte Apple-Chef Tim Cook ebenfalls den Rücken: "Wir dürfen diesen gefährlichen Präzedenzfall nicht zulassen", teilte er via Facebook mit.

Unterstützung von Snowden

Zuvor hatte sich der Whistleblower Edward Snowden bereits aus dem russischen Exil zu Wort gemeldet. Er hatte vor fast drei Jahren die umfangreiche Spionage amerikanischer Geheimdienste aufgedeckt und schlug sich ebenfalls auf die Seite von Apple.

Apple-Chef Tim Cook hatte am Mittwoch angekündigt, das Unternehmen werde sich gegen die gerichtliche Anordnung wehren, dem FBI das Entsperren des iPhones eines toten Attentäters zu ermöglichen. Würde Apple die geforderte Software entwickeln, entstünde damit auch eine generelle "Hintertür" ins iPhone, argumentiert Cook. Die Forderung sei "ein beispielloser Schritt, der die Sicherheit unserer Kunden gefährdet".

Stefan Niemann, ARD Washington, zur Verweigerung der Datenweitergabe
nachtmagazin 00:00 Uhr, 18.02.2016

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Das Weiße Haus steht hinter den Forderungen der Behörden. "Das FBI fordert von Apple ja kein neues Design eines Produktes oder eine Hintertür zu einem Produkt. Sie wollen nur Informationen, die eine Auswirkung auf dieses eine Gerät hätten. Apple sollte freiwillig mitmachen", sagte Präsidentensprecher Josh Earnest.

Weigere sich der Technologiekonzern weiterhin zu kooperieren, so Senatorin Feinstein, werde sie zusammen mit Senatskollegen ein Gesetz auf den Weg bringen, das diesen zur Herausgabe des Passworts zwingt. Öffentliche und nationale Sicherheitsbelange seien Grund genug.

Trump nennt Apples Verhalten schandhaft

Der Milliardär Donald Trump, der für die Republikaner als Präsidentschaftskandidat antreten will, erklärte im Sender MSNBC, Apple handle schandhaft und müsse gezwungen werden, dem FBI zu helfen. Der demokratische Senator Ron Wyden warnte, mit der Software zum Entsperren von iPhones könne die Online-Sicherheit für "Millionen Amerikaner" gefährdet werden. Außerdem würde die US-Regierung damit Russland und China ermutigen, amerikanische Unternehmen zu "Hintertüren" in ihren Produkten zu zwingen, sagte er der Website "Buzzfeed".

Druck auf Apple wächst
A. Horchler, HR Washington
18.02.2016 09:40 Uhr

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Geheimdienste und Bundespolizei klagen seit langem darüber, dass die zusätzliche Verschlüsselung von Mobilgeräten ihre Arbeit schwerer mache. FBI-Chef James Comey hatte noch vergangene Woche kritisiert, das gesperrte Telefon des Attentäters von San Bernardino beeinträchtige die Anti-Terror-Arbeit.

Mit Informationen von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

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