iPhone | Bildquelle: dpa

Streit um Handydaten eines Attentäters Der Druck auf Apple wächst

Stand: 18.02.2016 03:37 Uhr

Im Streit um die verschlüsselten Handydaten eines Attentäters erhöht die US-Politik den Druck auf den iPhone-Hersteller Apple. Doch der will sich nicht einschüchtern lassen - und bekommt prominente Unterstützung.

Von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

Diane Feinstein war richtig sauer. Die Senatorin aus Kalifornien konnte nicht fassen, dass sich Apple weigert, dem FBI bei der Entschlüsselung des iPhones von Syed Farook zu helfen. Der hatte bei einem Anschlag gemeinsam mit seiner Frau im vergangenen Dezember 14 Menschen im kalifornischen San Bernardino getötet.

"Es gibt ein Telefon, das neue Informationen bringen könnte", so Feinstein. Eine Gelegenheit also, mehr über die Terroristen zu erfahren. Apple weigert sich bisher, die Behörden bei der Entschlüsselung zu unterstützen. Trotz richterlicher Anordnung. Das Telefon des Attentäters ist durch ein Passwort geschützt. Wird zehn Mal ein falscher Code eingegeben, werden die Nutzerdaten gelöscht.

Apple verweigert Datenweitergabe an das FBI
nachtmagazin 00:00 Uhr, 18.02.2016, Stefan Niemann, ARD Washington

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Auch das Weiße Haus macht Druck

Apple-Vorstand Tim Cook begründete seine Weigerung, der gerichtlichen Anordnung und damit dem FBI-Wunsch zu entsprechen, in einem Brief: Die Forderung sei "ein beispielloser Schritt, der die Sicherheit unserer Kunden gefährdet".

Das Weiße Haus steht hinter den Forderungen der Behörden. "Das FBI fordert von Apple ja kein neues Design eines Produktes oder eine Hintertür zu einem Produkt. Sie wollen nur Informationen, die eine Auswirkung auf dieses eine Gerät hätten. Apple sollte freiwillig mitmachen", sagt Präsidentensprecher Josh Earnest.

Weigere sich der Technologiekonzern weiterhin zu kooperieren, so Senatorin Feinstein, werde sie zusammen mit Senatskollegen ein Gesetz auf den Weg bringen, das diesen zur Herausgabe des Passworts zwingt. Öffentliche und nationale Sicherheitsbelange seien Grund genug.

Geheimdienste und Bundespolizei klagen seit langem darüber, dass die zusätzliche Verschlüsselung von Mobilgeräten ihre Arbeit schwerer mache. FBI-Chef James Comey hatte noch letzte Woche kritisiert, das gesperrte Telefon des Attentäters von San Bernardino beeinträchtige die Anti-Terror-Arbeit.

Stefan Niemann, ARD Washington, zur Verweigerung der Datenweitergabe
nachtmagazin 00:00 Uhr, 18.02.2016

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Unterstützung von Snowden

"Sollen wir unsere eigenen Kunden hacken?", tobte Apple-Vorstand Cook. Edward Snowden meldete sich aus dem russischen Exil. Er hatte vor fast drei Jahren die umfangreiche Spionage amerikanischer Geheimdienste aufgedeckt und schlug sich nun auf die Seite von Apple. Die US-Politik wird den Druck weiter erhöhen.

Druck auf Apple wächst
A. Horchler, HR Washington
18.02.2016 09:40 Uhr

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