Wladimir Putin redet mit Barack Obama | Bildquelle: dpa

Abschluss des APEC-Gipfels Obama und Putin - vier Minuten Abschied

Stand: 21.11.2016 09:12 Uhr

Das war er also: der letzte große internationale Auftritt von Barack Obama. Beim APEC-Gipfel ging es schon vor allem um seinen Nachfolger und den internationalen Handel - und ganz kurz auch ums US-russische Verhältnis.

Von Anne Herrberg, ARD-Studio Südamerika, zzt. Lima

Ein Händedruck - und ein kurzes Gespräch. Vier Minuten. Das war sie dann also, die wohl letzte Begegnung zwischen dem scheidenden US-Präsidenten Barack Obama und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC).

"Ich hatte kein offizielles Treffen mit Präsident Putin, wir haben zwischen zwei Konferenzen über die Themen geredet, über die wir schon seit Monaten reden", sagte Obama. Das sei zum einen der Ukraine-Konflikt: Er habe nochmals darauf gedrängt, den Verpflichtungen aus dem Minsker Friedensabkommen für die Ukraine nachzukommen.

Erneut und scharf kritisierte Obama auch die russischen Bombardements in Syrien und die Parteinahme für den syrischen Präsidenten Assad: Das sei ein Mann, der entschieden habe, sein Land zu zerstören, so Obama. Er sei auch nicht sehr optimistisch, was eine baldige Lösung für den Syrien-Konflikt angehe.

Der Dialog zwischen Moskau und Washington sei respektvoll, aber schwierig, erklärte parallel Russlands Präsident vor Journalisten. Er hoffe aber, dass sich das Verhältnis in Zukunft bessere, sagte Putin mit Blick auf Obamas designierten Nachfolger Donald Trump. Es gebe aber immer einen Unterschied zwischen Wahlkampfrhetorik und der späteren Politik, antwortete Putin auf eine Frage, wie er Trumps ablehnende Haltung zum Freihandel einschätze.

Abschluss des APEC-Gipfels in Lima
Ulli Neuhoff, SWR, 21.11.2016, tagesschau 12:00 Uhr

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"Schlüsselmoment für die Weltwirtschaft"

Die Sorge um einen neuen protektionistischen Kurs der USA unter Trump bestimmte das zweitägige Gipfeltreffen in Lima. Von den APEC-Staaten gab es dazu ein eindeutiges Statement, Perus Präsident und Gastgeber Pedro Pablo Kuczynski sagte zum Abschluss, "in einem Schlüsselmoment für die Weltwirtschaft, in dem protektionistische Tendenzen nach den Wahlergebnissen in wichtigen Ländern an Boden gewonnen haben", bestärke man die Ablehnung von Handelshemmnissen und bekenne sich zu offenen Märkten und freiem Handel.

Was ist die APEC?

Die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) repräsentiert 40 Prozent der Weltbevölkerung und 57 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Der 1989 gegründeten Gruppe gehören 21 Länder und Regionen an. Mitglied sind die USA, China, Japan, Russland, Südkorea, Kanada, Mexiko, Chile, Peru, Neuseeland, Australien, Papua-Neuguinea, Taiwan, Hongkong, Brunei, Indonesien, Malaysia, Singapur, Philippinen, Thailand und Vietnam.

Doch wie soll der aussehen? Während Obama in Lima nochmals sein Projekt TPP, die Freihandelszone Transpazifische Partnerschaft, als Plus für die amerikanische Wirtschaft, Arbeitsplätze und Arbeitsrechte verteidigte - Trump hatte sie im Wahlkampf als "Jobkiller" bezeichnet - brachten die APEC-Staaten eine Mega-Freihandelszone aller 21 Mitgliedsstaaten ins Spiel - von Russland über Japan bis nach Chile sozusagen. Ein Projekt, für das sich in diesen Tagen in Lima vor allem Chinas Staatschef Xi Jinping stark gemacht hatte - anstatt wie im Vorfeld auf seinen Konkurrenzvertrag ohne die USA zu setzen: "Wir sollten nicht gegen unsere Erfolge arbeiten, sondern uns in unseren Entwicklungen helfen und unterstützen."

Wie realistisch das ist, bleibt dahingestellt. Zuerst war es ein Signal, auf Deeskalation zu setzen, handels- aber auch sicherheitspolitisch. Denn solange nicht klar ist, was mit den USA unter Trump passiert - und damit auch auf dem globalen Schachbrett - bezieht auch sonst niemand eindeutige Positionen.

Nur wenn etwa grundsätzliche Werte und Ideale in den USA in Frage stünden, würde er sich später eventuell zu Wort melden, sagte ein nachdenklicher Obama zwei Monate, bevor er das Weiße Haus als 44. Präsident verlässt. Zuerst einmal brauche er aber Urlaub.

Abschluss des Apec-Treffens: Gipfel im Schatten Trumps
Anne Herrberg, ARD Buenos Aires, zzt. Lima
21.11.2016 09:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. November 2016 um 05:40 Uhr.

Korrespondentin

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Anne Herrberg, BR

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