Hand untersucht VW-Motor | Bildquelle: dpa

Abgas-Skandal Rückrufstart und neue Ermittlungen

Stand: 16.12.2015 15:04 Uhr

Im Abgas-Skandal bei VW tut sich weiter einiges: Auf europäischer Ebene und in Stuttgart sind neue Ermittlungen eingeleitet worden. Es geht zum einen um Fördergelder für Volkswagen, zum anderen um den VW-Zulieferer-Bosch. Und es gibt einen Rückrufstart: 25.01.2016.

Die Besitzer der 2,4 Millionen VW-Diesel-Fahrzeuge, die vom Abgas-Skandal betroffen sind, sollten sich den 25. Januar 2016 merken. An diesem Tag beginnt der Rückruf. Nach Angaben von Volkswagen hat das Kraftfahrt-Bundesamt die VW-Lösungsvorschläge für die Umrüstung der betroffenen Dieselmotoren akzeptiert. Die Fahrzeugbesitzer sollen kurzfristg schriftlich über ihre Termine informiert werden. Bis Ende 2017 haben die Kunden dann Zeit, ihre Ansprüche auf Gewährleistung zu stellen - und damit nun ein Jahr länger als bisher angesetzt.

Für die Zwei- und 1,2-Liter-Motoren vom Typ EA 189 reicht eine Aktualisierung der Software. Bei den 1,6-Liter-Motoren wird zusätzlich ein kleines Gitternetz, ein sogenannter Strömungstransformator, am Motorblock angebracht. Bei diesen Fahrzeugen beginnt die Umrüstung erst ab dem 3. Quartal 2016, so VW. Für alle Kunden bietet das Unternehmen eine "kostenfreie Ersatzmobilität" im Bedarfsfall an.

EU-Antibetrugsbehörde ermittelt

Während sich auf der einen Ebene Lösungen abzeichnen, bekommt es Volkswagen auf einer anderen mit neuen Ermittlungen zu tun. Olaf, die EU-Antibetrugsbehörde, untersucht den Fall Volkswagen.

Aus EU-Kreisen verlautet, dass Olaf überprüft, ob VW zu Unrecht Kredite der Europäischen Investitionsbank erhalten und sie für Forschung und Entwicklung zweckentfremdet hat. Olaf ist für die Bekämpfung von Betrug und Korruption zuständig, wenn dadurch die finanziellen Interessen der EU geschädigt werden. Die Antikorruptionsbehörde wollte bislang keine weiteren Informationen zu den Ermittlungen bekannt geben.

Verwunderung bei Volkswagen

VW reagierte erstaunt über die Nachricht: "Volkswagen sind Ermittlungen der Olaf nicht bekannt", hieß es aus der Konzernzentrale in Wolfsburg. "Wir sind verwundert darüber, dass die Behörde an die Öffentlichkeit geht, ohne zunächst die Betroffenen zu informieren." VW habe in den vergangenen Monaten vertrauensvolle Gespräche mit der Europäischen Investionsbank EIB geführt.

VW hat von der EIB seit 1990 rund 4,6 Milliarden Euro an günstigen Krediten erhalten. Mit diesem Geld sollten unter anderem umweltfreundliche Motoren entwickelt werden. Volkswagen muss der Bank noch rund 1,8 Milliarden Euro zurückzahlen. Die Europäische Investitionsbank gehört den EU-Mitgliedsstaaten und vertritt deren Interessen.

Ermittlungen auch gegen Bosch

Logo des Autozulieferers Bosch | Bildquelle: AP
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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart untersucht die Rolle des Zulieferers Bosch.

Auch an anderer Stelle finden im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal weitere Ermittlungen statt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart überprüft die Rolle des Zulieferers Bosch. Das Unternehmen soll möglicherweise an Straftaten beteiligt gewesen sein, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Sie nannte keinen konkreten Tatvorwurf.

Ein Sprecher von Bosch sagte, sein Unternehmen arbeite grundsätzlich mit den Behörden zusammen. Er wollte sich aber nicht zu dem Verfahren äußern. Im September hatte Bosch eine Verantwortung im VW-Skandal zurück gewiesen. Der Konzern liefert Komponenten nach Anforderung der Kunden zu.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Dezember 2015 um 15:30 Uhr.

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