Das Logo und der Schriftzug von Airbus sind auf einer Glastür in der französischen Unternehmenszentrale nahe Toulouse zu lesen. | Bildquelle: REUTERS

Mitten im Korruptionsskandal Millionen für Airbus-Manager im Fokus

Stand: 19.10.2017 12:52 Uhr

Airbus wird eh schon von Korruptionsvorwürfen belastet, nun kommen neue Enthüllungen dazu: Streitpunkt ist der Vertrag mit einem ehemaligen Vertriebschef, dem der Konzern Medienberichten zufolge insgesamt mehr als 80 Millionen Euro gezahlt haben soll.

Von Marcel Wagner, ARD-Studio Paris

Es sollte ein großer Tag werden für Airbus: Am Morgen startete beim Konzernsitz in Toulouse der neue A330neo zu seinem erfolgreichen Jungfernflug. Doch nun verhagelt eine weitere Enthüllungsgeschichte das Großereignis: Wie der "Spiegel" und die französische Internetzeitung "Mediapart" berichten, interessieren sich französische Korruptionsermittler für einen brisanten Vertrag mit dem früheren Vertriebschef Jean-Paul Gut.

80 Millionen Euro für einen Mitarbeiter?

Der hatte bis 2007 die französische Vertriebsabteilung des Airbus-Vorgängers EADS geleitet. Ausgerechnet jene Abteilung, deren Geschäfte aktuell Gegenstand von umfangreichen Korruptionsermittlungen sind. Dabei geht es um den Verdacht, Airbus könnte bei verschiedenen Geschäften weltweit Schmiergeld in Millionenhöhe bezahlt haben.

Offiziell erhielt Gut 2007 eine Abfindung von rund drei Millionen Euro. Laut Medienberichten soll Gut aber weiterhin für EADS und Airbus gearbeitet und einen Vertrag über Zahlungen von rund 80 Millionen Euro erhalten haben.

Airbus schweigt über Vertragsdetails

Airbus-Konzernchef Tom Enders, der nach "Spiegel"- und "Mediapart"-Informationen auf eine Trennung von Gut wegen dessen fragwürdiger Geschäftspraktiken gedrängt habe, soll den Millionenvertrag trotzdem gegengezeichnet haben. Auf Anfrage der ARD teilte Airbus mit, dass man sich in der Öffentlichkeit nicht zu Vertragsdetails ehemaliger Mitarbeiter äußere.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. Oktober 2017 um 16:41 Uhr.

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