Airbus A400M | Bildquelle: dpa

Airbus-Analyse zu A400M-Absturz "Ernstes Problem in der Endmontage"

Stand: 28.05.2015 20:18 Uhr

Der Absturz eines A400M in Sevilla wurde nach Angaben von Airbus durch ein "ernstes Qualitätsproblem in der Endmontage" verursacht. Eine Software, die die Motoren steuert, soll falsch aufgespielt worden sein. Airbus betonte erneut, es handele sich nicht um einen Konstruktionsfehler.

Drei Wochen nach dem Absturz eines Militärtransporters A400M in Sevilla hat der Hersteller Airbus Mängel bei der Montage eingeräumt. Es gebe ein "ernstes Qualitätsproblem in der Endmontage", sagte Airbus-Strategiechef Marwan Lahoud dem "Handelsblatt". Dies habe die Auswertung der Flugschreiber der abgestürzten Maschine ergeben, zu der Airbus am Mittwoch erstmals Zugang gehabt habe. Die Ergebnisse "bestätigen unsere interne Analyse", sagte Lahoud.

Der Fehler bei der Endmontage lag nach Aussage des Airbus-Managers darin, dass die Software, mit der die Motoren gesteuert werden, falsch aufgespielt worden sei. Dies habe zum Ausfall der Motoren und damit zum Crash geführt. Die Endmontage wird im Airbus-Werk in Sevilla durchgeführt.

Airbus schließt Konstruktionsfehler aus

Airbus hatte Abnehmer des Militärtransporters A400M, darunter die Bundeswehr, bereits vor einer Woche vor möglichen Problemen bei der Triebwerkssteuerung gewarnt. In einer sogenannten dringlichen technischen Empfehlung des Herstellers wurden die Nutzer des Flugzeuges über nötige Tests informiert. Konstruktionsfehler beim A400M schloss der Konzern aus. "Es gibt keine strukturellen Defekte", bekräftigte Lahoud erneut.

Anfang Mai war in Spanien in der Nähe von Sevilla ein A400M unmittelbar nach dem Start abgestürzt. Dabei waren vier Besatzungsmitglieder getötet und zwei schwer verletzt worden.

Das Unglück ist ein herber Rückschlag für das Milliarden-Rüstungsprojekt. Der A400M war vor zwölf Jahren von sieben Nato-Staaten als Ersatz für die veralteten Transall-Maschinen in Auftrag gegeben worden. Die Auslieferung verzögerte sich schon vor dem Absturz wegen technischer Probleme um Jahre, die Kosten fielen um Milliarden Euro höher aus als geplant. Von den 174 bestellten Maschinen wurden bislang nur zwölf ausgeliefert. Deutschland erhielt im Dezember seinen bisher einzigen A400M.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 28. Mai 2015 um 21:20 Uhr.

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