Ein Airbus 320 | Bildquelle: dpa

Neuer Rekord bei Airbus 688 Flugzeuge ausgeliefert

Stand: 11.01.2017 14:45 Uhr

Airbus hat 2016 so viele Verkehrsflugzeuge ausgeliefert wie noch nie. Trotz schwächelnder Auftragslage hofft der europäische Flugzeugbauer, bis 2019 seinen US-Erzrivalen Boeing zu überholen. Dabei hilft auch ein Deal mit dem Iran.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat im vergangenen Jahr mit 688 Maschinen so viele Verkehrsflugzeuge ausgeliefert wie noch nie. Ursprünglich hatte Airbus für 2016 die Auslieferung von rund 670 Flugzeuge angepeilt. 2015 waren es 635 Maschinen.

Boeing weiter Marktführer

Den Titel des weltgrößten Flugzeugbauers konnte Airbus dem Erzrivalen Boeing dennoch nicht abjagen. Der US-Konzern hat mit 748 ausgelieferten Verkehrsjets die Nase weiterhin deutlich vorn.

Allerdings hat Airbus beim Ringen um Neuaufträge Boeing 2016 erneut hinter sich gelassen. Die Europäer erhielten im vergangenen Jahr 731 Aufträge, 63 mehr als die Amerikaner. Dabei sind Stornierungen bereits herausgerechnet. Im Jahr zuvor hatte Airbus mit mehr als 1000 Neubestellungen allerdings noch deutlich stärker abgeschnitten. Bis 2019 werde der europäische Flugzeugbauer mehr Maschinen ausliefern als die Amerikaner, sagte Fabrice Bregier, Chef von Airbus Commercial.

Vor allem kleinere Maschinen gefragt

Bei den kleineren Modellen, die den Löwenanteil der Airbus-Fertigung ausmachen, sei der Konzern bis zum Jahr 2021 ausverkauft. Der doppelstöckige Langstreckenjet A 380 ist dagegen weiterhin wenig gefragt. Geplant sind jetzt nur noch zwölf Stück pro Jahr - der Hersteller hält aber an dem Jet fest.

Ein A-380 der Lufthansa startet vom Flughafen Frankurt. | Bildquelle: dpa
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Vom Modell A380 sollen nur noch zwölf Maschinen pro Jahr gefertigt werden.

Erster Airbus für Iran

Bei dem Flugzeugbauer in Südfrankreich ist der erste Jet - ein A 321 - für die staatliche Fluggesellschaft Iran Air fertig. Das Flugzeug werde am Donnerstag nach Teheran fliegen, kündigte Brégier an. Airbus hatte Ende des vergangenen Jahres mit Iran Air einen Vertrag über die Lieferung von 100 Maschinen abgeschlossen, der laut Airbus einen Umfang von 19 Milliarden US-Dollar (rund 18 Milliarden Euro) hat.

Teheran bestellte auch massiv bei Boeing. Die Geschäfte der beiden Hersteller wurden erst mit dem internationalen Atomabkommen mit der Islamischen Republik von 2015 und der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen möglich. Mit den Maschinen will der Iran seine veraltete Flugzeugflotte modernisieren.

Stellenabbau geplant

Der Gesamtkonzern Airbus, zu dem auch die Rüstungssparte gehört, kündigte im vergangenen Jahr den Abbau von 1164 Stellen an. Davon entfallen 429 auf Deutschland.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Januar 2017 um 13:30 Uhr

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