Maschinen von Air Berlin | Bildquelle: REUTERS

Entscheidung des Luftfahrtbundesamtes Air Berlin und Etihad dürfen Partner sein

Stand: 11.12.2014 13:40 Uhr

Das Luftfahrtbundesamt hat den Einstieg der arabischen Fluggesellschaft Etihad aus Abu Dhabi bei der angeschlangenen deutschen Airline Air Berlin genehmigt - allerdings mit Auflagen. Der Bescheid gehe in Kürze raus, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums.

Zu den Auflagen zählt Medienberichten zufolge, dass im Verwaltungsrat der Fluglinie mehrheitlich EU-Bürger sitzen müssen. Außerdem werde die Airline verpflichtet, sämtliche Sitzungsprotokolle ohne geschwärzte Stellen dem Luftfahrtbundesamt zur Verfügung zu stellen.

Air Berlin ist zufrieden

Air Berlin zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung. "Wir waren immer der Überzeugung, dass alles im Rahmen der Regularien ist", sagte ein Sprecher. Man habe der Behörde viele Dokumente für ihre Prüfung überlassen. Die Auflagen würden natürlich erfüllt.

Etihad war 2011 bei der verlustträchtigen Air Berlin eingestiegen und hält die Fluglinie mit Finanzspritzen von bislang 800 Millionen Euro über Wasser. 2012 stockte Etihad ihren Anteil auf 29,2 Prozent auf. Ohne die Hilfen stünde Air Berlin vor dem Aus. Im Gegenzug sicherte sich die staatliche Airline vom Persischen Golf einen besseren Zugang zum deutschen Markt. Die Behörden waren nun auch der Frage nachgegangen, ob die Araber die zweitgrößte deutsche Fluglinie beherrschen.

Air Berlin und Etihad | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Die Fluglinie Etihad aus Abu Dhabi ist 2011 bei Air Berlin eingestiegen.

Verlust des Streckennetzes drohte

Denn von den Mehrheitsverhältnissen hängen die sogenannten Verkehrsrechte von Air Berlin in Europa ab. Um diese zu behalten, muss das Unternehmen mehrheitlich in der Hand von EU-Europäern bleiben. Wäre die Entscheidung gegen Air Berlin ausgefallen, hätte das Unternehmen einen großen Teil seines Streckennetzes aufgeben müssen.

Noch im Oktober hatte das Luftfahrtbundesamt 34 gemeinsame Verbindungen der beiden Partner für den Winterflugplan untersagt. Erst nachdem Air Berlin mit einer Klage gedroht hatte, wurden die Flüge doch genehmigt.

Druck von Unterstützern der Konkurrenz?

Beobachter der Luftfahrtbranche vermuteten, dass hinter den Verbotsanstrengungen Politiker aus Ländern mit großen Standorten des Konkurrenten Lufthansa stehen könnten. Air Berlin ist der größte Kunde der Berliner Flughäfen und will am neuen Hauptstadtflughafen sein Drehkreuz aufbauen.

Erst kürzlich hatte der bisherige Chef Wolfgang Prock-Schauer angekündigt, sein Amt zum 1. Februar niederzulegen. Nachfolger wird demnach Stefan Pichler, der derzeitige Chef von Fiji-Airlines.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Dezember 2014 um 16:30 Uhr.

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