Flugzeug von Air Berlin | Bildquelle: REUTERS

Geschäftsjahr 2016 Rekordverlust bei Air Berlin

Stand: 28.04.2017 11:56 Uhr

Air Berlin rutscht immer tiefer in die roten Zahlen: Im Geschäftsjahr 2016 hat die Fluggesellschaft einen Rekordverlust in Höhe von 782 Millionen Euro gemacht. Das Unternehmen gab sich zuversichtlich - obwohl das neue Jahr ebenfalls mit einem Verlust begann.

Die Fluggesellschaft Air Berlin ist im vergangenen Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht: Das angeschlagene Unternehmen machte einen Rekordverlust von 781,9 Millionen Euro, teilte die Airline mit. Im Vorjahr waren es 446,6 Millionen Euro gewesen. Für das hohe Minus sollen unter anderem einmalige Wertminderungen und Restrukturierungskosten verantwortlich sein. Der Umsatz sank von 4,08 Milliarden Euro auf 3,79 Milliarden Euro.

1,2 Milliarden Euro Schulden

In den vergangenen neun Jahren flog Air Berlin nur einmal einen Konzernüberschuss ein. Die Schulden betragen mittlerweile 1,2 Milliarden Euro, und im Eigenkapital - üblicherweise ein Puffer für schlechte Zeiten - klafft ein Loch von 1,5 Milliarden Euro. Das Jahr 2017 begann ebenfalls mit roten Zahlen: Von Januar bis März stand unterm Strich ein Minus von 293,3 Millionen Euro. Das Unternehmen betonte aber, man sei in der Lage, die Restrukturierung fortzusetzen.

Geldgeber Etihad plant Rückzug

Die finanzstarke Airline Etihad war 2011 mit 29 Prozent bei Air Berlin eingestiegen und hält die Gesellschaft seitdem mit Geldspritzen von etwa 1,5 Milliarden Euro in der Luft. Die Etihad-Eigner, die Herrscherfamilie des ölreichen Emirates Abu Dhabi, wollen jedoch einen Schlussstrich unter die teuren Engagements in Europa ziehen. Zu spüren bekam das bereits die zweite namhafte europäische Etihad-Beteiligung Alitalia, die nun am Rande der Pleite steht. Als wahrscheinlicher künftiger Partner für Air Berlin gilt in der Branche die Lufthansa.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. April 2017 um 11:30 Uhr.

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