Air Berlin und Etihad | Bildquelle: picture alliance / dpa

Gemeinsame Flüge von Air Berlin und Etihad Über den Wolken weiter vereint

Stand: 15.01.2016 15:15 Uhr

Zum Wochenausklang herrscht gute Laune bei Air Berlin und Etihad: Die Fluggesellschaften dürfen nach einem Gerichtsbeschluss ihre Gemeinschaftsflüge weiter anbieten - und sehen in der Entscheidung eine "Signalwirkung" für ihre Fluggäste.

Die Fluggesellschaften Air Berlin und Etihad haben es begrüßt, dass sie im Streit mit den deutschen Luftfahrtbehörden über gemeinsam angebotene Flüge einen juristischen Sieg errungen haben. Air-Berlin-Vorstandschef Stefan Pichler erklärte, die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg habe "Signalwirkung für unsere Fluggäste" und sei "ein Sieg für mehr Wettbewerb im deutschen Luftverkehr".

Die Lüneburger Richter hatte in einem unanfechtbaren Beschluss abschließend entschieden, dass die beiden Gesellschaften 26 ihrer 31 strittigen sogenannten Codeshare-Flüge bis zum Ende des Winterflugplans am 26. März fortsetzen dürfen. Zuvor hatte es das Verwaltungsgericht in Braunschweig in erster Instanz auf Antrag der Unternehmen noch abgelehnt, den deutschen Behörden dies in einer einstweiligen Anordnung verbindlich vorzuschreiben.

Luftfahrt-Bundesamt: Nur Ausnahmegenehmigung

Hintergrund des Streits ist, dass das in Braunschweig ansässige Luftfahrt-Bundesamt nach der Beschwerde eines Wettbewerbers angekündigt hatte, die Genehmigungspraxis für einige der Codeshare-Flüge zu ändern. Es hatte die laufenden Verbindungen deshalb nur noch per Ausnahmegenehmigung bis 16. Januar erlaubt, danach hätten sie gestoppt werden müssen. Flugverbindungen müssen vom Luftfahrt-Bundesamt regelmäßig genehmigt werden.

Bei Codeshare-Flügen teilen sich mehrere Fluglinien eine Verbindung. Bei allen wird der Flug unter einer eigenen Flugnummer (dem Code) angeboten und geführt, tatsächlich bedient aber nur eine von ihnen die Verbindung. Auf diese Weise können die Unternehmen auch Strecken anbieten, die sie selbst gar nicht oder nur auf Teilstrecken fliegen.

Abkommen mit Vereinigten Arabischen Emiraten

Insgesamt hatte Etihad für den aktuellen Winterflugplan 83 Codeshare-Flüge gemeinsam mit Air Berlin beantragt, von denen 52 wie üblich vorbehaltlos genehmigt wurden. Bei 31 machte das Luftfahrt-Bundesamt Bedenken geltend. Grundsätzlich werden Genehmigungen über Flugverbindungsrechte in bilateralen Regierungsvereinbarungen niedergelegt. Ein solches Abkommen wurde 2000 auch zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten geschlossen.

Nach Meinung des Luftfahrt-Bundesamts, das dem Bundesverkehrsministerium untersteht, deckt dieses Abkommen 52 der 83 gewünschten Code-Verbindungen ab. Das sahen die Lüneburger Richter allerdings anders. Es gebe "hinreichend gewichtige Gründe" dafür, dass auch die strittigen zusätzlichen Codeshare-Flüge durch das Abkommen gedeckt seien.

"Sieg für Verbraucher"

Etihad-Chef James Hogan sagte, er sei zufrieden mit der Entscheidung, die unterm Strich 94 Prozent der Gemeinschaftsflüge bestätige. "Die Entscheidung ist ein Sieg für Verbraucher und für den Wettbewerb in Deutschland." Etihad erwartet nach eigenen Angaben nun, dass eine Erlaubnis für die meisten Gemeinschaftsflüge mit Air Berlin auch in der kommenden Sommersaison erteilt wird. Das folge aus dem Lüneburger Urteil.

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