Air Berlin-Logo an einer Tragfläche | Bildquelle: picture alliance / Peter Kneffel

Überbrückungskredit Air Berlin zahlt 40 Millionen Euro zurück

Stand: 19.12.2017 19:36 Uhr

Mit einem Kredit in Höhe von 150 Millionen Euro hat die Bundesregierung Air Berlin gestützt. Zumindest einen Teil davon - 40 Millionen Euro - zahlte die insolvente Fluggesellschaft nun zurück. Dass die Regierung ihr Geld komplett wieder sieht, gilt als fraglich.

Der Bund hat einen Teil seines Überbrückungskredits für die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin zurückerhalten. Entsprechende Medienberichte der "Bild"-Zeitung und der "B.Z." wurden in Fachkreisen bestätigt. "Es wurden deutlich über 40 Millionen Euro zurückgezahlt", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.

Die staatliche KfW, die dem Bund und den Ländern gehört, hatte der Air Berlin im Sommer im Auftrag der Bundesregierung 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ziel war, die damals drohende sofortige Einstellung des Flugbetriebs zu verhindern, nachdem der Großaktionär Etihad den Geldhahn zugedreht hatte. Der Bund bürgt für den 150-Millionen-Euro-Kredit.

Regierung rechnet nicht mit voller Rückzahlung

Nach dem Scheitern des Verkaufs der Air-Berlin-Tochter Niki an die Lufthansa rechnet die Regierung jedoch nicht mehr damit, das Geld vollständig zurückzubekommen. Denn ein Großteil davon sollte mit dem Kaufpreis von insgesamt 210 Millionen Euro getilgt werden, den die Lufthansa ursprünglich zahlen wollte. Der Dax-Konzern hatte sein Angebot aber zurückgezogen, da er keine Aussicht mehr auf eine Freigabe der Übernahme durch die EU-Wettbewerbsaufsicht sah.

Laut "B.Z." und "Bild" stammt der Großteil des bereits zurückgezahlten Betrags, nämlich 36,5 Millionen Euro, aus dem bereits vollzogenen Verkauf von Firmenteilen an die britische Easyjet. Zusätzlich könnten 18 Millionen Euro von der Lufthansa für die AB-Tochter LG Walter fließen, falls die EU der Übernahme zustimmt. Auch der geplante Schnellverkauf der insolventen Niki an einen anderen Investor könnte weitere Einnahmen erbringen.

Bisher gibt es eine Hand voll Kaufinteressenten: Neben dem Niki-Gründer Niki Lauda sind das der Reisekonzern Thomas Cook, der irische Billigflieger Ryanair, das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht und Insidern zufolge auch der britische Luftfahrtkonzern IAG. Zudem meldete die Schweizer Fluggesellschaft PrivatAir Interesse an Niki an. Bis Donnerstag sollen die Interessenten verbindliche Angebote vorlegen. Mit einer Entscheidung rechnen Insider in der kommenden Woche.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. Dezember 2017 um 17:37 Uhr.

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