Ihre Erinnerungen an 60 Jahre Tagesschau Von A wie Armstrong bis Z wie Zeitenwende

Stand: 19.12.2012 11:51 Uhr

Schicksalstage und das piepende Wetter

Jürgen Voigt

Eine Sternstunde der Berichterstattung waren für mich die Nachrichten zum Anschlag auf das World Trade Center, hier spürte man inmitten der journalistischen Nüchternheit die tiefe menschliche Anteilnahme der ARD-Sprecher und -Sprecherinnen.

(aus Norderstedt via E-Mail)

Dirk Geske

Zu meinen Kindheitserinnerungen zum Thema Medien Anfang der 80er zählt ein Ereignis eines politischen Umbruchs in einem afrikanischen Staat, welches um 19:30 Uhr bei der Aktuellen Kamera von der einen Seite kommentiert und um 20 Uhr bei der Tagesschau von einer anderen Seite dargestellt wurde. Für mich war dies der Auslöser, vieles kritischer zu sehen und zu hinterfragen, bevor ich Rückschlüsse für mich traf. Eine Zeit lang habe ich keinem der beiden Sender mehr getraut. Erst in meiner sich entwickelnden Reife sah ich einiges klarer und dann war 1989.

(via E-Mail)

Brigitte Duennebach

Erinnere mich an Irene Koß und Annette von Arentin (kann sein, dass die Namen falsch geschrieben sind, aber Menschen meiner Generation wissen, wen ich meine).

(via Facebook)

Norbert Möller

Am 28.8.1988 stürzten auf der Flugschau in Ramstein zwei italienische Flugzeuge zusammen. Am selben Tag ist auch der Geburtstag meiner Schwester. Deswegen bleiben mir die Bilder der Tagesschau-Sendung dieses Tages in schrecklicher Erinnerung.

(aus Bremen via E-Mail)

Nicole Prehn

Ich war acht Jahre alt und gerade bei meinen Großeltern zu Besuch, als ich aus der Tagesschau erfuhr, dass Diether Krebs gestorben ist. Ich habe mir zusammen mit meinen Eltern viele Sketche von ihm angesehen, bin auch heute noch ein großer Fan von ihm, und war richtig traurig, dass er tot ist.

(via E-Mail)

Jürgen Voigt

Drei Dinge erinnere ich besonders: 1. Die Wahl von Karol Wojtyla zum Papst - für uns DDR-Bürger ein Brückenschlag beonderer Qualität (damals war ich noch katholisch, also was wollte man mehr?)
2. Die Berichterstattung über die Luxemburg-Liebknecht-Veranstaltung im Januar 1988. Da war "breeze of change" ganz zart zu spüren - einer von mehreren Anfängen vom Ende
3. Die Äußerung von Edmund Stoiber, dass die Tschechische Republik ein Fremdkörper in Europa sei. Das hat mich sehr aufgeregt, weil in dieser Schlichtheit sehr viel Falsches liegt. [...]
4. Wie alle Menschen, die am 11.9.2001 ferngesehen haben, habe ich die damaligen Ereignisse natürlich noch in Erinnerung. [...]
Diese vier Beispiele sind nur ein ganz spontanes Erinnern. Gefühlt habe ich durch die Tagesschau und auch andere Informationssendungen einen Blick für die Welt haben können, den die Regierung des Landes, in dem ich aufwuchs und bis 1990 lebte, nicht zulassen wollte. Ein großer Teil von erlebter Freiheit in meinem Leben geht auf das Konto der Tagesschau.

(aus Norderstedt via E-Mail)

Michael Schretz

Ich erinnere mich noch gut an die Wettervorhersage der Siebziger Jahre, die stets mit mehreren Pieptönen endete, die an Morsezeichen erinnern. Ich frage mich heute noch nach dem Sinn und der Bedeutung dieser Morsezeichen. Können Sie mir dies bitte erklären?

(via E-Mail)

Antoine Pignède

Liebe Tagesschau,
ich bin zwar lange nicht so alt wie du, aber ich bin schon ein treuer Fan. Spontan fallen mir zwei Tagesschau-Erlebnisse ein, die mir besonders im Gedächtnis haften geblieben sind:
1) Als ich in die erste Klasse ging, haben mich Nachrichten überhaupt nicht interessiert, doch die Tagesschau war täglich ein wichtiger Termin, denn nach der Wettervorhersage hieß es "Ab ins Bett!" Um den Zeitpunkt so weit wie möglich hinauszuzögern habe ich also häufig mit Papa mitgeschaut. Aus dieser Zeit erinnere ich mich besonders an den Beitrag zum Elchtest der Mercedes A-Klasse (den sie nicht bestanden hat), denn zum ersten Mal war etwas sehr Lustiges zu sehen.
2) Als viel jüngeres Erlebnis erinnere ich mich an einen erstaunlichen Beitrag von Marion von Haaren über allerlei aus China importierte Waren, die beim Zoll getestet und sich als sehr ungeeignet herausgestellt haben ("Dieser Wasserkocher kocht sich selbst gleich mit.")
Jetzt muss ich ganz schnell Schluss machen, es ist 19:58 Uhr. Alles Gute zum Geburtstag!

(via E-Mail)

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