Tennisprofi Alexander Zverev bei den ATP Finals in London | Bildquelle: AFP

ATP Finals Zverev scheitert im Halbfinale

Stand: 17.11.2019 11:47 Uhr

Tennisprofi Alexander Zverev hat die Chance zur erfolgreichen Titelverteidigung bei den ATP Finals in London verpasst. Das Endspiel bestreiten der Österreicher Dominic Thiem und der Grieche Stefanos Tsitsipas.

Beim Turnier der besten acht Spieler der Saison verlor der Zverev am Samstag (16.11.2019) sein Halbfinale gegen Thiem mit 5:7, 3:6 und schaffte es damit nicht wie im Vorjahr in das Endspiel. Tsitsipas setzte sich im Halbfinale 6:3 und 6:4 gegen den sechsmaligen Sieger Roger Federer durch.

Erster Satz endet mit Zverevs Doppelfehler

Zverev hatte sich in der Vorrunde trotz einer Zweisatzniederlage gegen Finals-Debütant Tsitsipas durch Erfolge gegen den Weltranglistenersten Rafael Nadal und den Russen Daniil Medwedew für die K.o.-Runde qualifiziert. Von den zuvor sieben Begegnungen mit French-Open-Finalist Thiem hatte er fünf verloren, mit einer Ausnahme jedoch ausschließlich auf dessen Lieblingsbelag Sand.

Auf dem Hardcourt in der Arena in London erwischte Zverev dagegen einen soliden Start, gestattete seinem Gegner zumindest bei eigenem Aufschlag nur wenige Chancen. Bis zum Stand von 5:6 blieb Zverev so auf Kurs, dann jedoch leistete er sich zur Unzeit die ersten Unsicherheiten beim Service und beendete den ersten Satz letztlich mit einem Doppelfehler.

Zverev mit Unsicherheiten im zweiten Satz

Auch im zweiten Durchgang unterliefen Zverev nach verheißungsvollem Beginn mehrere Unkonzentriertheiten. Mit zwei Fehlern bei vermeintlich leichten Überkopfbällen ermöglichte er Thiem ein weiteres Break zum 2:4. Weil er anschließend zwei eigene Breakchancen ungenutzt ließ, musste er sich nach 1:34 Stunden letztlich geschlagen geben.

Im Vorjahr hatte Zverev noch als dritter Deutscher nach Boris Becker (dreimal) und Michael Stich (1) bei dem Event am Jahresende triumphiert und den bislang größten Titel seiner Karriere gewonnen. Diesmal hatte er nach einer sehr durchwachsenen Saison lange um die Qualifikation zittern müssen, die Teilnahme am Halbfinale war insofern bereits als Erfolg zu werten.

Zverev plant Augen-OP

Zverev plant nun im Dezember aufgrund eines "Astigmatismus", einer Hornhautverkrümmung, einen Eingriff in New York vornehmen zu lassen. "Ich habe während der Saison viele Probleme mit Kontaktlinsen gehabt", erklärte Zverev: "Vielleicht lasse ich das operieren.

Zuvor absolviert der Deutsche allerdings noch mehrere Schaukämpfe mit Roger Federer in verschiedenen südamerikanischen Ländern. Seine Teilnahme am neuen Davis-Cup-Finalturnier, das am Montag in Madrid beginnt, hatte er frühzeitig abgesagt.

Tsitsipas gewinnt faszinierenden Schlagabtausch

Von bislang drei Duellen mit Tsitsipas hatte Federer die beiden jüngsten gewonnen und war damit leicht favorisiert in die Begegnung gegangen. Dennoch legte er einen Fehlstart hin. Es dauerte bis zum vierten Spiel des Tages, ehe der "Maestro" erstmals punktete. Danach lief er dem frühen Rückstand erfolglos hinterher, obwohl er mehrfach zu Breakchancen kam.

Das Match war dennoch spätestens da ein faszinierender Schlagabtausch. Allein das letzte Spiel des ersten Durchgangs dauerte über zehn Minuten, neunmal ging es über Einstand. Tsitsipas präsentierte sich dabei wesentlich kaltschnäuziger, nutzte auch zu Beginn des zweiten Satzes seine erste Breakmöglichkeit. Diesmal aber konterte Federer umgehend und glich aus.

Federer stellt um - erfolglos

Doch Tsitsipas ließ sich das Momentum nicht nehmen und holte sich in einem weiteren extrem umkämpften Spiel den Vorteil zurück. Im Angesicht der drohenden Niederlage veränderte Federer sein Spiel, spielte plötzlich vermehrt Stopps oder Serve-and-Volley. Die Wende schaffte er - trotz einer Bilanz von 12:4 Breakbällen im gesamten Match - dennoch nicht mehr.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. November 2019 um 23:14 Uhr.

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