Fußball der Fußball-Bundesliga 2019/2020 | Bildquelle: dpa

DFL-Versammlung Wie weiter mit der Bundesliga?

Stand: 30.03.2020 14:53 Uhr

Bei der Videokonferenz am Dienstag (31.03.2020), die um 10.30 Uhr beginnt, wird über den Vorschlag des Präsidiums der Deutschen Fußball-Liga (DFL) abgestimmt, der die weitere Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 30. April vorsieht. Gegenstimmen sind angesichts der Coronavirus-Pandemie praktisch ausgeschlossen, Fußballspiele sind derzeit nicht möglich. Andere Themen dürften dagegen deutlich lebhafter diskutiert werden.

Von Chaled Nahar

Denn was passiert, wenn auch im Mai nicht gespielt werden kann? Die Saison abzubrechen, gilt in der DFL-Zentrale nach Informationen von sportschau.de als letzte Maßnahme. Die Frage, ob die letzte Tabelle, die Hinrundentabelle oder ein ganz anderes Verfahren die sportlich fairste Lösung wären, könnte zu gerichtlichen Auseinandersetzungen führen. Diese Zerreißprobe will die DFL vermeiden. Eine Aufweichung des offiziellen Saisonendes am 30. Juni, der als Stichtag das Ende vieler Verträge mit Spielern, Sponsoren oder Medienpartnern darstellt, ist daher die bevorzugte Vorgehensweise. Doch auch das bringt Probleme mit sich.

Joscha Barlitz, HR, zur Bundesliga-Aussetzung
tagesschau 12:00 Uhr, 31.03.2020

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Die Verträge: Transferfenster und Vertragsdaten sorgen für Probleme

Bei den entscheidenden Akteuren wird das Fragen aufwerfen: Einige Spieler haben Verträge, die auslaufen. Noch komplizierter wird es bei Spielern, die bereits einen Vereinswechsel vereinbart und einen Vertrag zum 1. Juli bei einem anderen Arbeitgeber unterschrieben haben. Und richtig groß wird die Konfusion, wenn der Wechsel zwischen verschiedenen Ländern und Ligen erfolgt.

Ein Arbeitskreis der FIFA entwickelte der Nachrichtenagentur Reuters zufolge einen möglichen Teil der Lösung: Die Transferfenster der Ligen sollen sich an den möglicherweise veränderten Daten ausrichten können. Zudem könnten Verträge verändert werden, indem ihr Ablauf nachträglich auf "Ende der Saison" statt auf "Ende Juni" terminiert ist. Wenn also der 34. Bundesliga-Spieltag beispielsweise am 18. Juli stattfindet, könnten die Klubs mit den bisherigen Kadern antreten.

Doch damit ist das Thema längst nicht am Ende. Änderungen von Verträgen müssten in jedem Einzelfall wohl alle beteiligten Parteien zustimmen. Auch hier drohen rechtliche Auseinandersetzungen.

Die Zeit: Saisonstart 2020/21 könnte gefährdet sein

Die Hoffnung der DFL ist also, im Mai wieder spielen zu können und die Saison im besten Fall rechtzeitig, im zweitbesten Fall überhaupt sportlich zu einem Ende bringen zu können - sofern die Behörden mitspielen und das Coronavirus es zulässt. Denn die Zeit läuft noch in anderer Hinsicht.

Bei allen Unklarheiten über das Saisonende 2019/20 rückt der zumindest geplante Saisonstart 2020/21 näher. Am 23. Juli steht theoretisch die 2. Qualifikationsrunde der Europa League an, hier soll auch ein Klub aus der Bundesliga mitspielen. Und wenn dieser Klub bis dahin gar nicht feststeht? "Wir könnten Mitte Mai, im Juni oder sogar im späten Juni beginnen", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin in der italienischen Zeitung "La Repubblica". Die kommende Saison könnte also später als geplant starten und die aktuelle noch später beendet werden als ohnehin. Fest steht zumindest, dass der Spielraum immer kleiner wird.

Hinzu kommt aus europäischer Sicht die Frage, in welchem Land Spiele wieder möglich sein werden. Die UEFA wird bei der Champions League und der Europa League möglicherweise mit dem Problem umgehen müssen, dass in manchen Ländern gespielt werden kann und in anderen nicht. Eine Europapokalsaison lässt sich so kaum durchziehen. Für Mittwoch hat die UEFA eine Videokonferenz der Generalsekretäre der Verbände anberaumt. Dabei sollen erste Ergebnisse der UEFA-Arbeitsgruppen besprochen werden, die sich um die finanziellen Folgen und die Kalenderfragen kümmern sollten. Eine Idee lautet wohl, dass alle ausstehenden Europapokalspiele in den Juli verlegt werden, um den Ligen noch mehr Zeit zu geben.

Das Geld: keine Einnahmen, hohe Kosten und Wertverlust

Fußballklubs leben vor allem von drei Geldzuflüssen: Fernsehen, Sponsoren, Eintrittskarten. Jeder verlorene Spieltag kostet die Klubs laut Deutscher Presse-Agentur zusammen rund 85 Millionen Euro, eine Dreiviertel Milliarde könnte zum Saisonende fehlen. Das große Problem: Die Kosten für Spieler, Verwaltung und vieles andere bleiben. Und der Fußballindustrie wird noch auf andere Weise Geld entzogen.

Die Schweizer Fußball-Forschungsgruppe CIES prophezeit einen Verfall der Ablösesummen von rund 30 Prozent. Die 20 wertvollsten Spieler von Bayern München seien demnach statt zuvor 809 Millionen Euro nur noch 542 Millionen Euro wert, was rund 33 Prozent sind. Den Forschern zufolge müssen auch Klubs im unteren Tabellenbereich Verluste hinnehmen: Werder Bremens wertvollste 20 Spieler verlieren demnach 32 Prozent an möglichen Transfererlösen, die von Fortuna Düsseldorf fast 29 Prozent, für die Bundesliga insgesamt ist von 30,5 Prozent die Rede. Das kann man als das Platzen einer Blase sehen - und als Teil der ganz großen Krise. Denn die Spieler sind die Gegenwerte der Investitionen, die die Klubs getätigt haben.

Und so wird das Lizenzierungsverfahren möglicherweise Thema bei der DFL-Konferenz werden. Lockerungen werden erwartet. Die Finanzierung der kommenden Saison lässt sich derzeit kaum über Einnahmen kalkulieren. Die "Liquiditätsunterdeckungen", mit denen die DFL bislang streng umging, könnten nach Informationen von sportschau.de weniger streng gehandhabt werden. Auch Punktabzüge bei einer geordneten Insolvenz könnten weniger konsequent durchgesetzt werden.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. März 2020 um 12:00 Uhr.

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