Werder Bremens Claudio Pizarro feiert sein Tor gegen den BVB. | Bildquelle: REUTERS

DFB-Pokal Bremen ringt Dortmund nieder

Stand: 06.02.2019 00:06 Uhr

Nach einem XXL-Spiel hat Borussia Dortmund den Einzug ins Pokal-Viertelfinale gegen Werder Bremen verpasst. Der Tabellenführer der Bundesliga verlor gegen die Hanseaten in einer am Ende hoch spannenden Partie nach Elfmeterschießen. Bremen bestach durch große mentale Stärke.

Jo Herold

Nach Toren von Milot Rashica (5. Minute), Marco Reus (45. +3), Christian Pulisic (105.), Claudio Pizarro (107.), Achraf Hakimi (112.) und Martin Harnik (119.) stand es nach 120 Minuten am Dienstag (05.02.2019) 3:3. Werder Bremen glich in der Verlängerung zweimal Führungstreffer der Gastgeber aus - und behielt im Elfmeterschießen schließlich die Nerven.

"Diese Emotionen sind Wahnsinn, aber wir haben uns das verdient", sagte nach der Partie ein überglücklicher Max Kruse am ARD-Mikrofon. "Ich war mir ganz sicher, dass Max den entscheidenen Elfmeter verwandelt", fügte Altmeister Pizarro hinzu. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht", sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt im Sportschau-Studio, "nach den Spielen in der Bundesliga haben wir uns das jetzt endlich mal verdient." Sein Kollege Lucien Favre sagte: "Es war keine Überraschung, dass es schwer werden würde. Es gab viel Positives in der Partie, aber leider sind wir nicht mehr da im Pokal."

Werder kommt gegen Dortmund immer wieder zurück - die Zusammenfassung
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Favre musste kurzfristig auf fünf Spieler krankheitsbedingt verzichten: Beide etatmäßigen Keeper mussen wegen Erkältungen passen, auch Jadon Sancho und Marcel Schmelzer konnten nicht auflaufen. Zusätzlich fehlte Lukasz Piszczek mit einer Fußverletzung. Somit kam Eric Oelschlägel im Dortmunder Tor zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz - der Keeper hatte lange Zeit in Bremen unter Vertrag gestanden. Bremens Coach Kohfeldt konnte verletzungsbedingt nicht auf Fin Bartels, Aron Johannson und Thore Jacobsen zurückgreifen.

Borussia Dortmund gegen Werder Bremen - das Elfmeterschießen
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Nach nur fünf Minuten hatten die Bremer Fans Grund zum Jubeln: Nach einem Freistoß von Kapitän Kruse aus halbrechter Position machte Rashica in zentraler Position das Bein lang und überraschte den jungen Keeper Oelschlägel im Kasten der Borussia. "Das ist natürlich das falsche Ergebnis", resümierte Oelschlägel später, "für mich persönlich ziehe ich heute eher ein positives Fazit."

Reus trifft kurz vor der Pause

Nach einem Foul an Axel Witsel pfiff FIFA-Schiedsrichter Dr. Felix Brych am Bremer Strafraum kurz vor der Pause einen Freistoß für die Gastgeber. Reus zirkelte den Ball wunderschön über die Bremer Mauer zum Ausgleich links ins Tor, unhaltbar für den Bremer Keeper Jiri Pavlenka. Dies allerdings war die letzte Aktion von Reus, der sich beim Gang in die Kabine mit schmerzverzerrtem Gesicht an den rechten Oberschenkel fasste und zum zweiten Abschnitt nicht mehr aufs Feld kam. Später ließ der BVB verlauten, dass es sich um muskuläre Probleme handele.

Elfmeter für Dortmund?

Eine Viertelstunde vor dem regulären Ende der Partie entstand große Aufregung im Westfalenstadion: Bei einem Vorstoß von Pablo Alcácer hielt ihn der Ex-Dortmunder Nuri Sahin deutlich fest, Alcácer stürzte in den 16er der Gäste. Doch der Unparteiische ließ weiterspielen - Freistoß vor der Strafraumgrenze wäre die richtige Entscheidung gewesen.

Erst die Schlussphase wurde wieder turbulent: Nach einem Schuss von Kruse war Oelschlägel schon unterwegs ins kurze Eck, meisterte den abgefälschten Schuss aber noch mit einer akrobatischen Einlage. Auf der Gegenseite sorgte Thomas Delaney fast für die Entscheidung, als er in der 91. Minute mit einem Schuss die Latte touchierte. Verlängerung.

Dramatik in der Verlängerung

Kurz vor dem Seitenwechsel in der Verlängerung ging die Borussia mit 2:1 in Front: Nach einem gewonnenen Kopfballduell von Witsel ging Pulisic mit dem Ball zentral nach vorne, wurde von Alcácer mit einem präzisen Doppelpass wieder bedient, und diese Möglichkeit ließ sich der US-Amerikaner mit einem platzierten Flachschuss an Pavlenka vorbei nicht entgehen. Doch Bremen schlug zurück: Eine von Witsel abgefälschte Möhwald-Hereingabe nahm der inzwischen eingewechselte Pizarro artistisch an und verwandelte - Marke "Tor des Monats" - zum Ausgleich. Nur Sekunden später prüfte Dortmunds Bruun-Larsen noch einmal Oelschlägel.

Borussia Dortmund gegen Werder Bremen - die Analyse
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Dortmund legt erneut vor, Bremen gleicht aus

Dann die vermeintliche Entscheidung: Nach Vorbereitung von Maximilian Philipp erzielte Hakimi in der 113. Minute die erneute Führung für den BVB. Vorausgegangen war ein nicht geahndetes Handspiel von Bruun-Larsen.

In der 119. Minute dann doch noch der Ausgleich für Bremen: Nach einer Ecke setzte sich Harnik artistisch in der Luft gegen Hakimi durch, Oelschlägel sah in dieser Situation nicht gut aus, als der Ball in seiner Ecke im Tor einschlug. Die Entscheidung musste im Elfmeterschießen fallen.

Alcácer und Philipp scheitern an Pavlenka

Dort scheiterten Dortmunds Alcácer und Philipp an Pavlenka - Bremen steht im Viertelfinale am 2./3. April.

In der Bundesliga empfängt Borussia Dortmund am kommenden Samstag um 15.30 Uhr 1899 Hoffenheim, Werder Bremen hat am Sonntag (15.30 Uhr) (beide Partien im Liveticker bei sportschau.de) den FC Augsburg zu Gast.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Februar 2019 um 01:55 Uhr.

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