Meisterschale wird in die Luft gereckt | Bildquelle: dpa

Bundesliga-Vorschau Meister wird - wieder FC Bayern?

Stand: 14.08.2019 11:57 Uhr

Jadon Sancho und Kingsley Coman im Zweikampf | Bildquelle: AP
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Jadon Sancho und Kingsley Coman im Zweikampf

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WDR2-Reporter Holger Dahl

Die vermeintliche Bayern-Schwäche ist ein großes Thema vor dem Start in die Fußball-Bundesliga. Wichtiger ist jedoch, dass sich Borussia Dortmund endlich klar zu seinen Titelambitionen bekennt, meint WDR2-Reporter Holger Dahl und erwartet eine spannende Saison.

Finde den Fehler! In der öffentlichen Wahrnehmung scheint der FC Bayern nur noch ein Schatten seiner selbst zu sein. Trainer Niko Kovac muss sich nach der Ausleihe des kroatischen Vizeweltmeisters Ivan Perisic rechtfertigen. Die Rede ist von einer B-Lösung und großen Problemen beim ausgerufenenen Umbau nach der Ära Robben und Ribéry.

Auf der anderen Seite tippen 17 von 18 Bundesligatrainern auf welchen deutschen Meister? Genau! Den FC Bayern. Aber woher kommt dann die gefühlt enorm große Hoffnung der Öffentlichkeit auf das nahende Ende der Bayern-Meisterserie von sieben Titeln in Folge? Die Frage zu Saisonbeginn ist: Wo liegt zwischen den großen Problemen und den berechtigten Hoffnungen die Münchener Wahrheit?

Die kroatischen B-Lösungen beim FC Bayern
Die kroatischen B-Lösungen beim FC Bayern

Die bestmögliche erste Elf der Bayern ist auch auf höchstem europäischen Niveau konkurrenzfähig. Vor dem Start der neuen Saison fehlt es dem Kader aber an Alternativen und damit an Tiefe. Hoffnungsträger wie Kingsley Coman und Serge Gnabry sind immer wieder zumindest kurzfristig ausgefallen. Deshalb gab es auch Kader-Bedenken von Manuel Neuer und Robert Lewandowski, also echten Leistungsträgern.

Vermeintliche Bayern-Schwäche

Es wabert aber nicht nur das Gerücht der Bayern-Schwäche, das die Wahrscheinlichkeit erhöht, am Ende der Saison andere Buchstaben in die Meisterschale zu gravieren. Da ist auch der neue Mut von Borussia Dortmund. Der Kader hat nach den Verpflichtungen der Nationalspieler Nico Schulz und Julian Brandt, sowie von Thorgan Hazard und Mats Hummels eine Aufwertung in der Breite und der Spitze erhalten.

Dortmund bekennt sich zur Titeljagd

Dazu wurde die Zurückhaltung in der Zielformulierung ganz offensichtlich als Problem der vergangenen Spielzeit erkannt und behoben. Es gibt ein klares Bekenntnis zur Titel- und damit Bayern-Jagd. Der Sieg im Supercup hat zumindest angedeutet, dass das absolut erreichbar ist.

Wer sich im nationalen Duell Bayern gegen Dortmund durchsetzen wird, könnte sich auch indirekt auf internationaler Bühne entscheiden. Beide Klubs müssen in der Champions League immer alle Kraft aufbringen, um möglichst weit zu kommen. Daraus könnte sich ergeben: Wer früher ausscheidet, hat mehr Energie für den Meisterkampf.

Hinter den beiden einzigen ernsthaften und auch selbst ernannten Titelkandidaten gibt es ein großes Spektrum ambitionierter, offensiv ausgerichteter Teams mit Überraschungspotenzial. Bayer Leverkusen mit Coach Peter Bosz und mit dem vielversprechendsten deutschen Talent Kai Havertz, die mit neuen Trainern ausgestatteten Leipziger, Gladbacher und Wolfsburger. Allesamt Aspiranten - allerdings für die Plätze ab Rang drei.

Doch die Erfahrung lehrt: Es sind nicht die direkten Duelle der Top-Teams, die am Ende entscheiden werden. Dortmund, die Bayern und die anderen spielstarken Teams arbeiteten in der Vorbereitung an Methoden, gegen Gegner zu bestehen, die großen Teams gerne über weite Strecken des Spiels den Ball überlassen.

Paderborn und Union erste Abstiegskandidaten

Die Frage nach den potenziellen Absteigern ist einfacher zu beantworten als die nach dem Meister oder den anderen Champions-League-Teilnehmern. Paderborn scheint als Neuling mit Mini-Etat und Maxi-Abgängen gesetzter Absteiger. Das Berliner Kultteam Union ist nach weit verbreiteter Ansicht auch nur ein Jahr zu Besuch in der ersten Liga. Zum Trost der beiden: Fortuna Düsseldorf galt in der vergangenen Spielzeit auch als Absteiger und startete dann nach Anfangsproblemen mit dem kantigen Trainertypen Friedhelm Funkel durch.

Einige sehr interessante Typen stehen in der 57. Bundesligaspielzeit im Fokus. Gleich acht Trainer sitzen zum ersten Mal in der Bundesliga auf der Bank. Kernige, wie Paderborns Steffen Baumgart - oder gleich sechs RB-geprägte, wie Gladbachs Marco Rose, der aus der Red-Bull-Sportwelt in Salzburg kam. Auf dem Platz geht der Fokus genauso auf den bayrischen 80-Millionen-Neuzugang Lucas Hernández wie auf Union Berlins Bundesliga-Rückkehrer Neven Subotic mit seiner alternativen Sicht auf den Fußball. Es ist also alles angerichtet für eine spannende Saison!

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. August 2019 um 11:00 Uhr.

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