Vanessa Hinz | Bildquelle: dpa

Biathlon-Einzel in Antholz Hinz knapp am Weltmeistertitel vorbei

Stand: 18.02.2020 15:50 Uhr

Nach vier Staffel-Medaillen hat sich Vanessa Hinz die erste Einzel-WM-Medaille gesichert. Über 15 Kilometer gewann die Oberbayerin in Antholz die Silbermedaille. Neue Weltmeisterin ist Dorothea Wierer.

Von Nicole Hornischer

Vanessa Hinz (Schliersee) war nach ihrem fünften Platz in der Verfolgung mit viel Selbstbewusstsein unterwegs und ließ sich am Schießstand von den wechselnden Windbedingungen nicht beeindrucken. Zügig schoss sie auf die 20 Scheiben und leistete sich lediglich beim letzten Schießen einen Fehler. Auch auf der Loipe war die 27-Jährige sehr gut unterwegs und holte auf der Schlussrunde alles aus sich raus und wurde mit der Silbermedaille - ihrer ersten WM-Medaille in einem Einzel-Wettbewerb - belohnt. "Ich kann es noch gar nicht wirklich glauben. Ich dachte mir: 'Ach komm, mach es einfach und genieß es.' Ich bin Vize-Weltmeisterin, das hört sich verdammt geil an", stellte Hinz im Ziel fest.

"Psychologisches Spiel"

Nur eine war schneller als Hinz: Dorothea Wierer schoss zweimal daneben und kam mit nur 2,2 Sekunden Vorsprung auf die Oberbayerin ins Ziel. Für die Italienerin ist es nach der Verfolgung der zweite WM-Titel. Mit der Mixed-Staffel gab es zum Auftakt in Antholz für die 29-Jährige Silber. "Ich habe versucht, die ersten Kilometer ein bisschen langsamer anzugehen und dann mit dem Schlusssprint nochmal richtig reinzuhauen. Ich dachte mal einen Moment lang, Silber genügt mir eigentlich auch. Dann dachte ich wieder: 'Nein, du musst gewinnen. Das war so ein psychologisches Spiel mit mir selbst irgendwie", erklärte die frisch gebackene Weltmeisterin. Dritte wurde Marte Olsbu Röiseland (+15,8 Sek./2 Schießfehler). Die Norwegerin hat bislang in allen WM-Rennen in Südtirol eine Medaille geholt.

Preuß trotz Top-Fünf-Ergebnis enttäuscht

Auch Franziska Preuß (Haag) kann mit ihrer Leistung zufrieden sein. Die Bayerin kassierte beim ersten Liegendschießen zwei Strafminuten, die restlichen Schießen blieb sie fehlerlos und sicherte sich so den fünften Platz (+1:03,4 Min.). "Ehrlich gesagt, bin ich schon enttäuscht. Immer geht der eine Schuss nicht rein - das ist schon ärgerlich", sagte die Bayerin im ZDF.

Herrmann mit zwei Fehlern zu viel

Denise Herrmann (Oberwiesenthal) hatte in Pokljuka mit einem fehlerfreien Schießen das letzte Einzel vor der WM gewonnen. Läuferisch überzeugte die Verfolgungs-Vize-Weltmeisterin mit Bestzeit, aber am Schießstand hatte die Sächsin erneut ihre Probleme. Vier Fehler waren für einen Podestplatz zu viel, am Ende wurde sie Zwölfte (+1:40,9 Min.). "Unzufrieden bin ich nicht, obwohl ich im letzten Schießen zu aggressiv geschossen habe. Klasse Teamergebnis heute. Für die Vanessa freut es mich extrem", so Herrmann. Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld) beendete das Rennen auf dem 26. Platz (3/3:22,2 Min.).

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete MDR-aktuell am 18. Februar 2020 um 16:40 Uhr.

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