Schlusslicht

Hinter einem geschmückten Weihnachtsbaum fahren Menschen eine Rolltreppe hoch. | Bildquelle: dpa

Warnung vor Weihnachtsliedern Morgen, Kinder, wird's Stress geben

Stand: 14.12.2018 17:14 Uhr

Leise rieselt zur Weihnachtszeit allenfalls der Schnee. Lautsprecher künden von Dingen, die "Last Christmas" getan wurden, Massen strömen, Kassen klingeln. Das allmächtige Getöse hat Folgen - wie eine Gewerkschaft verrät.

Von Maiken Nielsen, tagesschau.de

Die Beschallung mit Liedern, in denen es thematisch zumeist um das Klingeln von Glocken geht, macht munter, aber nicht mehr alle froh. Am allerwenigsten jetzt ver.di. Nein, hier ist nicht die Rede von dem italienischen Komponisten, der Arbeitsgeschichte schrieb, indem er in nur acht Jahren 13 Opern schuf, sondern von der gleichnamigen Gewerkschaft. Der geht es auch um Arbeit, allerdings gefällt ihr die Art besser, die für die Beschäftigten keine Krankheiten zur Folge hat.

Bluthochdruck, erhöhte Herzfrequenz, negativer Stress: Mit diesen O du nicht so fröhlichen Folgen müssen ver.di zufolge all jene Verkäufer rechnen, die "Jingle Bells" und ähnlichem Liedgut in einer Lautstärke von mehr als 64 Dezibel dauerlauschen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehme dadurch um 20 Prozent zu, so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Arbeitgeber zu Gegenmaßnahmen verpflichtet

Ver.di rät betroffenen Song-Opfern, das Thema über ihre Betriebsräte anzugehen. Die Arbeitgeber seien zu Gegenmaßnahmen verpflichtet. Zusätzliche Erholungspausen böten sich an - und natürlich Schalldämmung.

Es wäre vermutlich revolutionär, aber nicht unfein, auch mal das Musikprogramm zu wechseln. Wie wäre es mit der Verdi-Oper "Nabucco"? Ist zwar über Strecken auch nicht leiser, bietet Verkäufern im Weihnachtsgeschäft aber hohes Identifikationspotential – spätestens beim Gefangenenchor.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 14. Dezember 2018 um 11:25 Uhr.

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