Schlusslicht

Annegret Kramp-Karrenbauer | Bildquelle: AP

Crumb, Car and Power? Ich trage einen langen Namen

Stand: 10.12.2018 17:52 Uhr

So mancher hätte Spahn oder Merz als CDU-Chef bevorzugt - aus politischen, aber auch aus phonetischen oder sprachökonomischen Gründen. Vor allem ausländische Journalisten müssen jetzt, wie Schlagzeilenbauer, lernen, mit der sperrigen CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer zu leben.

Von Wulf Rohwedder, tagesschau.de

Es gab sie immer wieder: Namen, die für Apps, Tweets und knackige Schlagzeilen völlig ungeeignet sind und gleichzeitig  nicht-deutschsprachige Journalisten zur Verzweiflung treiben: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Ingrid Matthäus-Maier, Irmgard Adam-Schwaetzer, Herta Däubler-Gmelin - sie alle haben die Redakteure und Deutschland-Korrespondenten im Laufe der Jahre kommen und gehen sehen.

Insgeheim wird da so mancher Medienmacher gehofft haben, dass der Träger entweder heiratet, sich scheiden lässt oder der politischen Bedeutungslosigkeit anheimfällt, selbstverständlich nur aus phonetischen oder sprachökonomischen Gründen.

Doch jetzt ist sie da: Annegret Kramp-Karrenbauer, die neue CDU-Chefin, acht Silben mit kräftigen teutonischen Konsonanten, die sich nur schwer in sprachlich geschmeidigere Idiome wie Französisch oder Thai übertragen lassen.

Ongschela war da einfacher

Die Reporter in Frankreich versuchen, den deutschen Namen mit der Abkürzung AKK zu umgehen, berichtet die dpa. Wird er dennoch ausgesprochen, klingt er meist sehr französisch. Im Vornamen Annegret fällt das erste "e" weg. Das "a" in Kramp kommt nasal daher wie etwa in "Champs-Élysées", das "au" in Karrenbauer wird zum "o". Ergebnis etwa: Anngret Kromp-Karrenboer, mit Betonung auf der letzten Silbe.

Im iranischen Radio etwa wurde die neue CDU-Chefin als "Ann-Geret Keraamp-Karen-Boer" vorgestellt. Arabische Kommentatoren sprachen hingegen von "Kramb-Karrenbauer" - da es im Arabischen zwar viele sehr harte Konsonanten, aber keinen "p"-Laut gibt. Probleme machen in Thailand eher die vielen "r"-Laute in Annegret Kramp-Karrenbauer. In Radio und Fernsehen klingt der Name daher eher nach "Aaa-ne-keet Kaamp-Kaa-een-bau-aa".

Wir basteln uns eine AKK

Chinesischen Medien machen das, was im Reich der Mitte durchaus üblich ist: Sie bauen den Namen mit Bordmitteln notdürftig nach, nämlich aus zwölf heimischen chinesischen Schriftzeichen, bei denen jedes für eine Silbe steht: "An-ni-ge-lei-te Ke-lan-pu Ka-lun-bao-er".

Da haben es die deutschen Medienmacher schon einfacher, müssen sie sich doch lediglich mit der Sperrigkeit des Namens arrangieren. Deshalb bitten wir schon jetzt darum, das eine oder andere "AKK" nachzusehen - wir gewinnen dadurch viel Zeit und Raum für wichtige Informationen und Inhalte. Und die ausländischen Kollegen möchten wir beruhigen: Zumindest Dreifach-Nachnamen sind in Deutschland seit 1993 nicht mehr zulässig.

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