Bildergalerie: 96 Fußballfans starben am 15. April 1989 im Hillsborough-Stadium

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96 Fußballfans starben am 15. April 1989 im Hillsborough-Stadium von Sheffield

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Das Stadion im Sheffielder Stadtteil Hillsborough sollte am 15. April 1989 der neutrale Ort für das Halbfinale um den FA-Cup zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest sein. Statt eines Fußballfestes gab es dann eines der schwersten Unglücke in der Geschichte des Fußballs, bei dem 96 Liverpooler Fans ums Leben kamen.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Das Stadion im Sheffielder Stadtteil Hillsborough sollte am 15. April 1989 der neutrale Ort für das Halbfinale um den FA-Cup zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest sein. Statt eines Fußballfestes gab es dann eines der schwersten Unglücke in der Geschichte des Fußballs, bei dem 96 Liverpooler Fans ums Leben kamen.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Als "Hillsborough Disaster" ist das Unglück in die Geschichte eingegangen. Es jährt sich in diesem Jahr zum 25. Mal. Das Foto zeigt die Gedenkstätte für die Toten in Liverpool. Die Erinnerung an die Katastrophe und die Opfer ist nicht nur bei den Anhängern des FC Liverpool allgegenwärtig.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Zu dem Unglück kam es, weil zu viele Fans in den Mittelblock der Westtribüne drängten, der für die Anhänger des FC Liverpool vorgesehen war. Kurz vor Spielbeginn waren noch viele Fans - teilweise ohne Eintrittskarte - vor dem Stadion. Die Polizei öffnete daraufhin acht Minuten vor dem Anpfiff ein Tor, das sonst nur als Ausgang genutzt wurde. Hunderte Liverpool-Anhänger strömten anschließend binnen Minuten in den bereits überfüllten Mittelblock. Die Sicherheitskräfte versäumten es, die Menge in die noch halbleeren Nebenblöcke zu leiten. Dadurch wuchs der Druck enorm auf jene Zuschauer, die bereits im Mittelblock standen. Vor allem jene Fans, die ganz unten auf der Tribüne waren, wurden gegen den Zaun zwischen Spiefeld und Tribüne gedrückt.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Die entstehende Panik wurde zunächst nicht bemerkt und das Spiel wurde angepfiffen. Erst als Zuschauer begannen, in Todesangst über den Zaun zu klettern, unterbrach der Schiedsrichter nach sechs Minuten das Spiel. Gleichzeitig versuchten sich Fans aus dem Mittelblock in den Oberrang der Tribüne in Sicherheit zu bringen.

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Wenige Minuten nach dem Anpffiff brach unter dem Druck der nachströmenden Zuschauer eine Absperrung innerhalb des Mittelblocks. Fans fielen dadurch nach vorne und übereinander. Mit voller Wucht wurden die Liverpool-Anhänger, die ganz unten standen, gegen den massiven Gitterzaun gedrückt. Viele der 96 Todesopfer erstickten oder wurden totgetrampelt. Die Polizei schätzte die Lage aber falsch ein und öffnete die Tore im Zaun zunächst nicht, um keine zusätzlichen Menschen auf das Spielfeld zu lassen.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Je mehr Zuschauer aber in den folgenden Minuten auf das Spielfeld gelangten, desto deutlicher wurde das Ausmaß der Katastrophe. Schwerverletzte wurden versorgt, bei vielen Todesopfern wurden vergebliche Wiederbelebungsversuche gestartet. Die Rettungskräfte und Krankenwagen wurden nur aber zunächst nur zögerlich vorgelassen, weil in den ersten Polizeiberichten von "Tumulten" die Rede gewesen war.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Werbebanden wurden genutzt, um Verletzte aus dem Stadion zu Rettungswagen zu bringen. Von den 96 Todesopfern gelangten aber nur 14 bis in Krankenhäuser.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

766 Menschen erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Die Polizei war in dieser Situation überfordert. Hier helfen die Beamten Fußball-Fans über einen Zaun. Die Rolle der Sicherheitskräfte war später ein zentraler Streitpunkt. Erst eine unabhängige Untersuchungskommission kam 2012 zur Erkenntnis, dass die Sicherheits- und Ordnungskräfte für das Unglück verantwortlich waren - und nicht die Fans. Demnach löste das Öffnen des zusätzlichen Tores die Katastrophe aus. Deren Ausmaß sei noch dadurch verschärft worden, dass die Tore des Sicherheitszauns zum Spielfeld zu spät geöffnet wurden. Zudem kam der Untersuchungsbericht zu dem Schluss, dass 41 der Todesopfer noch leben könnten, wenn sie schneller von Rettungskräften versorgt worden wären.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Zwei Tage nach dem Unglück besichtigte Premierministerin Margret Thatcher den Ort der Katastrophe. In der Folge wurden auf Anordnung des Innenministers alle Zäune aus den britischen Stadien entfernt, die Zuschauer hindern konnten, im Falle einer Panik auf das Spielfeld zu gelangen. Auch wurden alle Stehplätze in britischen Stadien abgeschafft - diese Regelung wurde später bei internationalen Spielen von der UEFA und der FIFA übernommen.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Trauerbekundungen im Anfield-Stadium von Liverpool zwei Tage nach der Katastrophe. Die Hinterbliebenen der 96 Todesopfer kämpfen immer noch um die juristische Aufklärung der Ereignisse. Erst nach Vorstellung des Berichts der unabhängigen Untersuchungskommission 2012 entschuldigte sich Premier Cameron offiziell bei den Hinterbliebenen. Denn der Bericht kam auch zu dem Schluss, dass in den ersten Untersuchungen zahlreiche Aussagen von Zeugen verändert worden seien, um das Verhalten der Polizei weniger negativ wirken zu lassen. Im März 2014 begann nun ein neuer Prozess, zu dessen Beginn der Vorsitzende Richter festhielt, dass die Opfer keine Schuld treffe.

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Ein Gedenkstein im Anfield-Stadion in Liverpool erinnert an die 96 Opfer im Alter zwischen 10 und 67 Jahren. In Erinnerung an die Katastrophe wurde das Vereinswappen des FC Liverpool um zwei Fackeln und den Schriftzug "Yo'll never walk alone" erweitert.

Unglück im Fußball-Stadion-Sheffield 1989

Jedes Jahr gedenken die Fans des FC Liverpool der Toten von Hillsborough.

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