Bildergalerie: Putins Volk

Bilder

1/8

"Putins Volk" - Korrespondenten über ihre Recherche

 T-Shirts, auf denen Putin als Zar Nikolaus II. zu sehen ist

Putin als Zar
ARD-Korrespondentin Birgit Virnich traf junge Russen in Moskau:
"Stolz streifen sie ihre T-Shirts über. Junge russische Patrioten. Sie haben schulfrei, um auf einem Jugendkonvent am Stadtrand von Moskau an Diskussionen über Russlands Zukunft teilzunehmen. Hier werden auch Putin-Devotionalien verkauft: Schmuck mit dem Konterfei des Präsidenten, schicke T-Shirts, auf denen Putin als Zar Nikolaus II. zu sehen ist. Darunter ein Putin-Zitat 'Russland ist ein Land, das sich vor keinem fürchtet.' Stolz halten die Schüler das T-Shirt in unsere Kamera. Die Welt soll wieder Respekt vor uns haben, erklären sie."
| Bildquelle: ARD-aktuell

T-Shirts, auf denen Putin als Zar Nikolaus II. zu sehen ist

Putin als Zar
ARD-Korrespondentin Birgit Virnich traf junge Russen in Moskau:
"Stolz streifen sie ihre T-Shirts über. Junge russische Patrioten. Sie haben schulfrei, um auf einem Jugendkonvent am Stadtrand von Moskau an Diskussionen über Russlands Zukunft teilzunehmen. Hier werden auch Putin-Devotionalien verkauft: Schmuck mit dem Konterfei des Präsidenten, schicke T-Shirts, auf denen Putin als Zar Nikolaus II. zu sehen ist. Darunter ein Putin-Zitat 'Russland ist ein Land, das sich vor keinem fürchtet.' Stolz halten die Schüler das T-Shirt in unsere Kamera. Die Welt soll wieder Respekt vor uns haben, erklären sie."

Multi-Millionär Ibragimov

Ein verblüffendes Statement
Ulrich Adrian war in Kaliningrad bei einem superreichen Mann:
"Muchtar Ibragimov ist Multi-Millionär und regiert sein Möbel-Imperium aus der Exklave Kaliningrad. Er durfte Putins Flugzeuge einrichten und profitiert heute von den EU-Sanktionen. 'Westliche Waren werden für Russen zu teuer', sagt er. Und er verblüfft das ARD-Team. Auf die Frage, warum er uns überhaupt Interviews gebe, sagt er: 'Medien lügen ja alle, Eure und unsere. Aber Ihr könnt das am professionellsten.'"

Tamara Eidelman

Ein "unfassbarer Lügenstrom"
Golineh Atai besuchte eine Schule in Moskau:
"Die Lehrerin Tamara Eidelman bedrückt der Überschwang eines kriegerischen Patriotismus, wie sie sagt. Diesen aggressiven Patriotismus müsse sie auch den Schülern beibringen, der Staat kontrolliere die Lehrpläne immer mehr, mische sich immer mehr ein. Ihre Schüler wüssten mittlerweile mehr über die Ukraine als über ihr eigenes Land. Früher hätte sie ihre Schüler zwingen müssen, politische Vorgänge zu verfolgen, heute schauten fast alle ihre Schüler die Fernsehnachrichten. Und würden dort von einem 'unfassbaren Lügenstrom' überrollt, so Eidelman. 'Ich diskutiere oft mit meinen Schülern', sagt sie. "

Bauer Chaknasarow

Fallender Rubelkurs kein Thema im Hochgebirge
Olaf Bock war im Uralgebirge:
"'Bei uns ist Krise, wenn auf meinem Hof das Wasser nicht läuft. Das ist für mich Krise.' So betrachtet der Bauer Chaknasarow im Ural die Welt. Noch haben ihn und seine Familie die Diskussionen über niedrige Ölpreise und fallenden Rubelkurs nicht erreicht. Zweitausend Kilometer östlich von Moskau leben viele vom Anbau ihrer eigenen Lebensmittel."

Kinder im Kloster Sergijew Possad

Entschärfte Kalaschnikows in der Klosterschule
Nächste Station für Olaf Bock war das Kloster Sergijew Possad 70 Kilometer nordöstlich von Moskau:
"Das Militärisch-Patriotische gehört zur russisch-orthodoxen Erziehung dazu. So hat es einer der Priester beschrieben, die in der Klosteranlage von Sergijew Possad die Kirchenschule 'Peresvet' betreiben. Dort lernen Kinder und Jugendliche neben den Gesetzen Gottes auch Selbstverteidigung und den Umgang mit entschärften Kalaschnikows. So werden junge Patrioten herangezogen, die bereit sind, ihr Vaterland zu verteidigen. Nach ihrem späteren Berufswunsch befragt, antworten viele der Kinder: Soldat. Eine Berufsfindungshilfe mit kirchlicher Unterstützung."

In der Wohnung der Familie Ostapovichs

Keine Rubel für den Dollarkredit
Anja Bröker besuchte eine Familie in Moskau, die Angst hat, ihre Wohnung zu verlieren:
"Breite Fensterbänke ersetzen den Tisch für die Hausaufgaben. Ein Hochbett für die vier Kinder. Einbauschränke reichen bis unter die Decke. Wir filmen zu Hause bei den Ostapowitschs. Die Familie lebt auf 30 Quadratmetern, zu sechst. Für die Wohnung zahlen sie einen Dollarkredit ab. Doch seit Dezember fehlt das Geld. Der Wechselkurs zwingt die Ostapowitschs in die Knie. Wenn bis März nicht gezahlt wird, gehört die Wohnung der Bank. Die ersten Opfer der Rubelkrise sind da ..."

Stadtansicht Wladiwostok

Woher die Faschisten kommen
Stephan Stuchlik war für seine Recherchen in Wladiwostok und hatte eine Begegnung der besonderen Art:
"7 Uhr morgens im Hyundai-Hotel in Wladiwostok. Ich kämpfe mit dem Jetlag und der unübersichtlichen Auswahl von japanischen Suppen und koreanischen Kohlsorten am Frühstücksbuffet. Von rechts kommt ein kleiner Russe auf mich zu, strohblond, etwa zwölf Jahre alt, einen großen Teller heißer Pfannkuchen mit Puderzucker in beiden Händen.
'Wo kommst du her?', fragt er.
'Ich heiße Stephan', sage ich, 'und du?'
'Ich heiße Ilja', sagt er, 'wo kommst du her?'
'Aus Deutschland', sage ich.
'Deutschland? Kenn' ich', meint er.
'Wirklich?', frage ich.
'Klar', sagt er, 'da kommen die Faschisten her.'
'Nicht mehr', meine ich, 'oder sehe ich aus wie ein Faschist?' - und ziehe eine Grimasse.
'Nee', er grinst zurück, 'die Faschisten sind ja jetzt aus der Ukraine.'''

Blick auf ein Dorf in Russland

Für die ARD-Dokumentation "Putins Volk" haben Russlandkorrespondenten und ehemalige Korrespondenten das Land bereist. Sie treffen Menschen verschiedener Herkunft, mit unterschiedlichen Berufen und Karrieren, mit ihrer eigenen Sicht auf ihr Land. Die Dokumentation läuft am 21. Januar um 22:45 Uhr im Ersten.

Darstellung: