Bildergalerie: Die Opfer des NSU

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Die Opfer des NSU

Enver Simsek

Enver Şimşek ist das erste Opfer des NSU. Bekannt wird das aber erst elf Jahre später, als Fotos des Sterbenden im Bekennervideo des NSU auftauchen. Şimşek wurde in einer Kleinstadt in der Nähe von Antalya geboren. Als 23-Jähriger kam er nach Deutschland. Er arbeitete zunächst in einer Fabrik. Nebenher verkaufte er Blumen, bis er sich selbstständig machte und seinen Betrieb zu einem Blumengroßhandel ausbaute. Er war Vater von zwei Kindern. Am 9. September 2000 wird Şimşek an einem seiner mobilen Blumenstände in Nürnberg niedergeschossen. Zwei Tage später stirbt er in einem Krankenhaus. Die Polizei vermutet hinter der Tat zunächst eine Familientragödie und ermittelt gegen seine Frau und deren Bruder. | Bildquelle: picture alliance/dpa

Enver Simsek

Enver Şimşek ist das erste Opfer des NSU. Bekannt wird das aber erst elf Jahre später, als Fotos des Sterbenden im Bekennervideo des NSU auftauchen. Şimşek wurde in einer Kleinstadt in der Nähe von Antalya geboren. Als 23-Jähriger kam er nach Deutschland. Er arbeitete zunächst in einer Fabrik. Nebenher verkaufte er Blumen, bis er sich selbstständig machte und seinen Betrieb zu einem Blumengroßhandel ausbaute. Er war Vater von zwei Kindern. Am 9. September 2000 wird Şimşek an einem seiner mobilen Blumenstände in Nürnberg niedergeschossen. Zwei Tage später stirbt er in einem Krankenhaus. Die Polizei vermutet hinter der Tat zunächst eine Familientragödie und ermittelt gegen seine Frau und deren Bruder.

Abdurrahim Özudogru

Auch Abdurrahim Özüdoğru wurde in der Türkei geboren. Im mittelfränkischen Röthenbach an der Pegnitz war er als Maschinenarbeiter tätig. Später arbeitete Özüdoğru in der Schneiderei seiner Frau in der Nürnberger Innenstadt. Am 13. Juni 2001 schießen die beiden Täter dem 49-Jährigen dort zweimal in den Kopf. Als ihn ein Passant am Abend entdeckt, ist er schon lange tot. Er hinterlässt eine 19-jährige Tochter. Auch Özüdoğru fotografieren die Täter noch am Tatort, um das Bild im Bekennervideo zu veröffentlichen.

Süleyman Tasköprü

Süleyman Taşköprü wurde nur 31 Jahre alt. Als Kind war er aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Er ging in Hamburg zur Schule. Im Stadtteil Bahrenfeld arbeitete im Lebensmittelladen seines Vaters. Am Vormittag des 27. Juni 2001 wird er dort erschossen. Er hinterlässt eine zweijährige Tochter. Die Ermittler vermuten Drogenhandel und Schutzgeld-Erpressung als Tathintergrund. Verdächtige werden in der Familie gesucht. Auch viele Medien übernehmen die falsche Spur der Ermittler ungeprüft.

Habil Kilic

Habil Kilic hilft am 29. August 2001 in einem Obst- und Gemüseladen im Münchner Südosten aus. Der Laden gehört eigentlich seiner Frau, die zu diesem Zeitpunkt aber im Urlaub ist. Mit zwei Schüssen wird der 38-Jährige dort getötet. Die Ermittlungen der Behörden rufen Empörung hervor: Sie vermuten einen Zusammenhang zur kurdischen Arbeiterpartei PKK oder zur organisierten Kriminalität. Kilic ist das vierte Opfer der Mordserie der Terrorzelle NSU.

Mehmet Turgut

Mehmet Turgut wird am 25. Februar 2005 ermordet, als er gerade den Imbissstand eines Freundes in Rostock aufsperren will. Ein Polizeibeamter spricht von einer Hinrichtung mit "fast aufgesetzten Schüssen". Mehmet Turgut, der von Freunden und Familie "Memo" genannt wurde, wohnte eigentlich in Hamburg. Seine Familie erklärte, dass sie nach der Tat keine Unterstützung durch die Behörden bekam. Die polizeilichen Maßnahmen gegen sie seien unzumutbar gewesen. Eine "Soko Bosporus" fahndete jahrelang nach einem türkischstämmigen Täter und ging von einem Mord im "Milieu" aus.

Ismail Yasar

Ismail Yaşar ist 50 Jahre alt, als er am 9. Juni 2005 in seinem Nürnberger Imbiss erschossen wird. Bis zu acht Schüsse werden auf ihn abgefeuert. Er hinterlässt einen Sohn und eine Tochter. Die Ermittler sprechen zunächst fälschlicherweise offen von "Verbindungen mit türkischen Drogenhändlern aus den Niederlanden". In den Medien kommt der Begriff "Döner-Morde" auf. Heute erinnert eine Bronzeplatte in der Nähe des Tatortes an Yaşar.

Theodoros Boulgarides

Theodoros Boulgarides kam 1973 aus Griechenland mit seiner Familie nach München, wo er Abitur und eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann machte. Boulgarides arbeitete bei Siemens und der Deutschen Bahn, bevor er zusammen mit einem Geschäftsparter den Schlüsseldienst eröffnete. Am 15. Juni 2005 wird er dort erschossen. Die Polizei ermittelt unter anderen in Richtung Drogendealer, Mafia und Prostitution. Nach diesen ergebnislosen Ermittlungen ziehen seine Mutter und sein Bruder zurück nach Griechenland.

Mehmet Kubasik

Geboren wurde Mehmet Kubaşık 1966 in Hanobasi in der Türkei. Er arbeitete dort im Landwirtschaftsbetrieb seines Vaters. Mit seiner Frau und Tochter floh er 1991 nach Deutschland, weil er als alevitischer Kurde in der Türkei politisch verfolgt wurde. Er erhielt politisches Asyl. Kubaşık arbeitete zunächst als Hilfsarbeiter im Großhandel und als Bauarbeiter, bevor er sich selbstständig machte und einen Kiosk in der Dortmunder Nordstadt eröffnete. Am 4. April 2006 wird er dort ermordet. Eine Kundin findet ihn hinter dem Tresen seines Kiosks. Bis zur Enttarnung des NSU wird nicht in Richtung Rechtsterrorismus ermittelt.

Halit Yozgat

Nur zwei Tage später wird Halit Yozgat am 6. April 2006 in dem von ihm betriebenen Internetcafé in Kassel ermordet. Er ist mit 21 Jahren das jüngste Opfer des NSU. Yozgats Vater war aus der Türkei eingewandert. Er selbst ist in Kassel geboren. Zur Tatzeit befindet sich ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes in dem Laden, der bis heute bestreitet, von der Tat etwas mitbekommen zu haben. In unmittelbarer Nähe des Ladens gibt es heute einen Gedenkstein und den nach Yozgat benannten "Halitplatz".

Michéle Kiesewetter

Michèle Kiesewetter wurde nur 22 Jahre alt. Sie wuchs in Oberweißbach in Thüringen auf. Mit 16 verließ sie den Ort, mit dem Ziel, Polizistin zu werden. Am 25. April 2007 wird Kiesewetter während eines Einsatzes auf einem Parkplatz in Heilbronn getötet, ihr Kollege mit einem Kopfschuss lebensgefährlich verletzt. Das Tatmotiv gilt bis heute als ungeklärt. Die Dienstwaffen der beiden Polizisten werden später im ausgebrannten Wohnmobil von Mundlos und Böhnhardt in Eisenach gefunden.

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