Bildergalerie: CDU-Generalsekretäre von 1962 bis 2018

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CDU-Generalsekretäre von 1962 bis 2018

Josef Hermann Dufhues

Josef Hermann Dufhues wurde 1962 Geschäftsführender Vorsitzender der CDU. Das Amt war geschaffen worden, um den Parteivorsitzenden Konrad Adenauer zu entlasten. Zuvor hatte der Westfale an der Schaffung der Landesrundfunkanstalt WDR mitgewirkt und vier Jahre als Innenminister in NRW mitregiert. Dufhues' Ziel, die CDU nach der Ära Adenauer zu erneuern, stieß parteiintern auf viele Widerstände und blieb unvollendet. Später kehrte er in die nordrhein-westfälische Landespolitik zurück, bis ihn ein spät erkanntes Krebsleiden zum Abschied aus der Politik zwang. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Josef Hermann Dufhues

Josef Hermann Dufhues wurde 1962 Geschäftsführender Vorsitzender der CDU. Das Amt war geschaffen worden, um den Parteivorsitzenden Konrad Adenauer zu entlasten. Zuvor hatte der Westfale an der Schaffung der Landesrundfunkanstalt WDR mitgewirkt und vier Jahre als Innenminister in NRW mitregiert. Dufhues' Ziel, die CDU nach der Ära Adenauer zu erneuern, stieß parteiintern auf viele Widerstände und blieb unvollendet. Später kehrte er in die nordrhein-westfälische Landespolitik zurück, bis ihn ein spät erkanntes Krebsleiden zum Abschied aus der Politik zwang.

Bruno Heck

Bruno Heck übte sein Amt 1966 als Generalsekretär zugleich mit dem Amt des Bundesministers für Familie und Jugend aus und spielte bei den Verhandlungen zur ersten Großen Koalition der Bundesrepublik (1966-1969) eine wichtige Rolle. Auf ihn geht unter anderem das "Berliner Programm" zurück, das die CDU vom "Kanzlerwahlverein" zu einer Partei mit christlich-demokratischem Programminhalt machen sollte. 1971 trat Heck als Generalsekretär ab, nachdem die Partei zu seinem Unmut Rainer Barzel zum Parteivorsitzenden und Kanzlerkandidaten gewählt hatte.

Konrad Kraske

Hecks Nachfolge trat 1971 Konrad Kraske an, legte das Amt jedoch zwei Jahre später nieder, als der ihm verbundene Rainer Barzel als Parteivorsitzender zurücktrat. Als Generalsekretär wirkte Kraske weniger stark als bei anderen Aufgaben: etwa wirkte er als Gründungsmitglied des Fernsehrates am Aufbau des ZDF mit und engagierte sich seine Laufbahn hindurch in der Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU.

Kurt Biedenkopf

Kurt Biedenkopf wurde 1973 zum Generalsekretär der CDU gewählt, nachdem die Partei zwei Bundestagswahlen verloren hatte. Er blieb bis 1977 im Amt und bezog in dieser Zeit ein überdurchschnittliches Gehalt aus den schwarzen Kassen der CDU. Meinungsverschiedenheiten mit Helmut Kohl brachten ihn schließlich zum Rücktritt. Später regierte der gebürtige Ludwigshafener als erster Ministerpräsident das Bundesland Sachsen.

Heiner Geißler

So lange wie Heiner Geißler blieb bislang niemand CDU-Generalsekretär: In den zwölf Jahren von 1977 bis 1989 setzte der streitbare Rhetoriker Akzente im Bonner Politikbetrieb und gewann parteiübergreifende Anerkennung dafür, dass er immer wieder auch die eigene Partei kritisierte. Das erste CDU-Grundsatzprogramm "Freiheit, Solidarität, Gerechtigkeit" fällt in Geißlers Amtszeit.

Volker Rühe

Helmut Kohls Nominierung des zuvor als Außenpolitiker profilierten Volker Rühe fällt mitten in die Zeit des gesamtdeutschen Umbruchs: Von 1989 bis 1992 muss Rühe als Generalsekretär die Christdemokraten in Ost- und Westdeutschland wiedervereinigen. Er organisiert auch den CDU-Wahlkampf der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl - und fährt ein schwaches Ergebnis ein, das sich im Folgejahr bei den Wahlen in Hamburg und Rheinland-Pfalz noch verschlechtert. 1992 folgt er Gerhard Stoltenberg als Verteidigungsminister nach.

Peter Hintze

Der evangelische Theologe Peter Hintze wird von Kohl aus dem Bundesfrauenministerium geholt, in dem er die damalige Ministerin Angela Merkel als Staatssekretär unterstützt hatte. Bei Amtsantritt als Generalsekretär ist Hinze 42 Jahre alt - er soll die protestantisch geprägten Christdemokraten aus den neuen Bundesländern an die Partei binden. Durch Manöver wie die "Rote-Socken-Kampagne" gegen die rot-grüne Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt kann er eine Trendwende für die CDU bei der Bundestagswahl 1994 herbeiführen. Als sie vier Jahre später eine Niederlage verbucht, tritt Hinze als Kohl-Verbündeter der ersten Stunde mit dem Parteivorsitzenden gemeinsam zurück.

Angela Merkel

Dreieinhalb Jahrzehnte nach der Schaffung des Postens wird zum ersten Mal eine Frau Generalsekretärin der CDU: Die vom Parteivorsitzenden Wolfgang Schäuble vorgeschlagene Angela Merkel übernimmt 1998 das Amt. Als die Parteispendenaffäre von Helmut Kohl im Jahr darauf Wellen schlägt, fordert die zuvor als "Kohls Mädchen" verlachte Merkel die CDU in einem Zeitungsartikel auf, nach dessen Abschied neue Wege zu gehen. Aus der folgenden Führungskrise der CDU geht Merkel siegreich hervor: 2000 wird sie zur Parteivorsitzenden gewählt.

Ruprecht Polenz

Die erste wichtige Personalie, über die Angela Merkel als CDU-Vorsitzende entscheidet, geht zu Gunsten eines katholischen Familienvaters aus dem Westen aus. Doch Ruprecht Polenz‘ Zeit als Generalsekretär bleibt ein Intermezzo. Polenz wirkt in Zeiten der Spendenaffäre vor allem nach innen: Er sucht die CDU-Kassen zu sanieren und die Partei zu einen, statt politische Konkurrenten auszustechen. Schließlich tritt er nach einem halben Jahr zurück - und erklärt, er verstehe sich als "Brückenbauer", nicht als "Speerspitze".

Laurenz Meyer

Laurenz Meyer kanzelte zu Amtsantritt seinen Vorgänger Polenz als "Missgriff" ab - nicht der einzige Fehltritt, den sich der Volkswirt im Bemühen um ein starkes Auftreten leistete. Etwa prahlte er, eine "Rückfahrkarte" in seine vorangegangene Karriere beim Energieversorger VEW zu haben. Die Verbindungen zu seinem alten Arbeitgeber wurden Meyer zum Verhängnis: Nach Berichten, dass er noch immer Strom zum günstigen Mitarbeitertarif beziehe und Gelder vom Nachfolgekonzern RWE erhalte, forderten Parteikollegen 2004 erfolgreich seinen Rücktritt. Sowohl die CDU als auch RWE zahlten ihm rückwirkend Abfindungen - dass er die zurücküberwies und spenden ließ, half ihm auch nicht mehr.

Volker Kauder

Volker Kauder war drei Jahre Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag gewesen, bevor der Kleine Parteitag der CDU ihn 2004 einstimmig zum neuen Generalsekretär wählte. Der Jurist fiel von Anfang an durch unbedingte Loyalität gegenüber Angela Merkel auf. Die dankte es ihm als neugewählte Kanzlerin mit dem Amt des Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, das Kauder bis 2018 bekleidete.

Ronald Pofalla

Ronald Pofalla, der sich aus einfachen Verhältnissen zum Partner in einer Anwaltskanzlei emporgearbeitet hatte, rückte erst mit der Ernennung als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag ins öffentliche Interesse. Dabei saß er schon 1990 erstmals im Bundestag. Auch für seine Karriere zahlte sich die Loyalität zu Angela Merkel aus: Als Generalsekretär von 2006 bis 2009 arbeitete er am CDU-Grundsatzprogramm mit, bevor ihn die wiedergewählte Kanzlerin zum Bundesminister für besondere Aufgaben und Kanzleramtschef machte.

Hermann Gröhe

Der tiefgläubige Hermann Gröhe gehörte seit den Neunzigerjahren dem Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands an und zählte acht Jahre lang zu den Herausgebern des christlichen Magazins Chrismon. In der Politik machte er sich in der Bund-Länder-Koordination verdient und trat bereits ein Jahr später Pofallas Nachfolge an. Nach vier Jahren als CDU-Generalsekretär wechselte er 2013 als Gesundheitsminister ins Bundeskabinett.

Peter Tauber

Mit Peter Tauber tritt der 15. CDU-Generalsekretär in 56 Jahren ab. Bereits 2017 hatte er eine schwere Krankheit publik gemacht. Der Historiker aus Hessen, der mit nur 39 Jahren ins Amt geholt wurde, hatte in der CDU nicht nur Freunde: Etlichen Konservativen waren nicht nur seine Social-Media-Aktivität oder seine Haltung zur Ehe für alle ein Dorn im Auge. In seiner Bewerbungsrede kündigte er an, die Partei "jünger, weiblicher, bunter" machen zu wollen - und gestand nach der Nominierung seiner Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer indirekt sein Scheitern ein. Nun gibt er die Geschäfte zwar an eine Frau ab - allerdings an eine, die zwölf Jahre älter ist als er.

Kramp-Karrenbauer und Angela Merkel

Am 26. Februar 2018 wurde die saarländische Ministerpräsidenten Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem CDU-Parteitag zur Generalsekretärin gewählt.

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