Zugunglück in Bad Aibling | Bildquelle: AP

Zugunglück in Bad Aibling Letzter Vermisster noch nicht geborgen

Stand: 10.02.2016 07:26 Uhr

Nach wie vor ist der letzte Vermisste aus den Wracks der verunglückten Züge bei Bad Aibling nicht geborgen. Anderslautende Medienberichte wies Polizeisprecher Stefan Sonntag zurück. "Diese Meldungen sind falsch", sagte er zu tagesschau.de. Die Bergungsarbeiten seien noch in vollem Gange.

Die Bergungsarbeiten an den verunglückten Zügen in Bad Aibling gehen weiter. Nach wie vor wird ein Passagier vermisst. Berichte, wonach der Vermisste bereits tot geborgen wurde und die Zahl der Toten auf elf gestiegen sei, wies Polizeisprecher Stefan Sonntag zurück. "Diese Meldungen sind falsch", sagte er tagesschau.de. Die vermisste Person befände sich immer noch in dem Wrack - es müsse aber befürchtet werden, dass diese nicht mehr lebe.

Unterdessen gehen die Untersuchungen zur Unfallursache weiter. Eigentlich hätten technische Systeme den Zusammenstoß zweier Regionalzüge in Bad Aibling verhindern sollen. Dennoch rasten die beiden Züge in einer engen Kurve frontal ineinander. Zehn Menschen starben. Umso drängender stellt sich die Frage nach den Ursachen des Unglücks.

Spekulationen über menschliches Versagen

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland und mehrere Nachrichtenagenturen meldeten am Abend, nach ersten Ermittlungen könnte menschliches Versagen zu dem Zusammenstoß geführt haben. Demnach könnte ein Mitarbeiter im Stellwerk das automatische Sicherheitssystem außer Kraft gesetzt haben, um einen verspäteten Meridian-Zug passieren zu lassen. Dieser Zug habe aber nicht mehr rechtzeitig einen Ausweichpunkt erreicht, was zur Kollision führte. Die Polizei bestätigte die Meldungen bislang nicht, wie ARD-Reporterin Mira Barthelmann in den tagesthemen berichtete. Die Ermittler wollten sich bislang nicht dazu äußern.

Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband "Pro Bahn" räumte im nachtmagazin zwar ein, dass menschliches Versagen durchaus denkbar wäre, aber ein technischer Defekt noch nicht ausgeschlossen werden kann. Gesicherte Erkenntnisse wird vermutlich erst die Auswertung der Fahrtenschreiber geben.

Karl-Peter Naumann, Fahrgastverband "Pro Bahn", zu möglichen Ursachen
nachtmagazin 00:00 Uhr, 10.02.2016

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Die Mangfalltalbahn genannten Strecke wird durch ein System der "Punktförmigen Zugbeeinflussung" kontrolliert. Dieses soll mittels Magneten verhindern, dass Züge eine Strecke befahren, die nicht für sie freigegeben wurde. Überfahren sie entsprechende Signale, werden sie zwangsgebremst. Das System für den betroffenen Streckenabschnitt wurde nach Angaben der Deutschen Bahn erst vorige Woche ohne Beanstandungen überprüft.

Zugunglück in Bad Aibling: Trauer und Rettungsarbeiten
ARD-Morgenmagazin, 10.02.2016, Vera Cornette, BR München

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Wracks sollen abtransportiert werden

Heute soll mit schwerem Gerät die Bergung der Zugwracks beginnen. Dafür wurden bereits die Oberleitungen mit einem Spezialzug entfernt, um die Rettungskräfte nicht zusätzlich zu gefährden. Im Tagesverlauf will sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ein Bild von der Unglücksstelle machen. Seine Partei hatte - wie auch andere Parteien - nach dem Unglück den für diesen Tag geplanten Politischen Aschermittwoch abgesagt.

Suche nach vermisster Person

Wenig Hoffnung besteht für eine weiterhin vermisste Person. Die Suche nach ihr soll heute fortgesetzt fortgesetzt werden, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit.

Insgesamt starben zehn Pendler, 80 Personen wurden verletzt, 17 davon schwer, als die Züge am Dienstagmorgen um 6.45 Uhr auf der eingleisigen Trasse zusammenstießen. Experten meinten, die Zahl der Opfer hätte noch viel höher sein können, wenn die Züge vollbesetzt gewesen wären. Wegen Faschingsdienstag und der oberbayerischen Schulferien befanden sich aber insgesamt nur 150 Reisende an Bord.

Fast 700 Rettungs- und Polizeikräfte aus der gesamten Region sowie aus Österreich waren im Einsatz, um die Opfer zu bergen. Erschwert wurden die Bergungsarbeiten dadurch, dass sich die Unglücksstelle in einer Kurve befand. Zur einen Seite grenzt ein Berghang an die Gleise, zur anderen Seite ein Nebenkanal des Flusses Mangfall.

Telefon-Hotlines für Angehörige eingerichtet

Angehörige können sich entweder bei der Bayerischen Oberlandbahn unter der Notrufnummer 0395-43084390 informieren oder die von der Bundespolizei eingerichtete Telefon-Hotline 08031-2000 anrufen.

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Zugunglück bei Bad Aibling

Zugunglück in Bad Aibling

Um 6.48 Uhr sind in der Nähe von Bad Aibling in Oberbayern zwei Züge auf einer eingleisigen Bahnstrecke frontal zusammengestoßen. Mehrere Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. | Bildquelle: dpa

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