Die Pflichtverteidiger Zschäpes Anja Sturm, Wolfgang Heer und Wolfgang Stahl | Bildquelle: AFP

NSU-Prozess Altverteidiger fordern Freilassung Zschäpes

Stand: 05.06.2018 13:08 Uhr

Beate Zschäpe soll freigelassen werden - und zwar sofort. Das zumindest fordern ihre Pflichtverteidiger. Zschäpe sei nur wegen Brandstiftung zu verurteilen, hieß es im Plädoyer.

Von Ina Krauß, BR

Die Altverteidiger von Beate Zschäpe haben im NSU-Prozess die sofortige Freilassung ihrer Mandantin gefordert. "Frau Zschäpe ist keine Terroristin, keine Mörderin und keine Attentäterin", sagte Rechtsanwalt Wolfgang Heer zu Beginn seines Plädoyers. Sie sei wegen aller Anklagepunkte freizusprechen. Zu verurteilen sei sie lediglich wegen einfacher Brandstiftung in der Zwickauer Frühlingsstraße.

Ein konkretes Strafmaß forderte Heer nicht, aber angesichts der sechs Jahre und sieben Monate dauernden Untersuchungshaft sei Zschäpe sofort aus der Haft zu entlassen.

Pflichtverteidiger fordern Zschäpes sofortige Freilassung
tagesschau 20:00 Uhr, 05.06.2018, Christoph Arnowski, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Heer bemängelt Vernehmungsmethoden

Heer kritisierte, Zschäpe habe keinen fairen Prozess bekommen. Bereits im Ermittlungsverfahren sei sie zu Aussagen verführt worden und damit verbotenen Vernehmungsmethoden ausgesetzt gewesen. Heer schilderte die Gespräche, die Ermittler mit Zschäpe führten, unmittelbar nachdem sie sich im November 2011 gestellt hatte. Heer hatte kurz danach Zschäpes Verteidigung übernommen und ihr geraten, zu schweigen.

Doch Zschäpe hielt das Schweigen nicht durch, auch nicht im Prozess. Sie überwarf sich zwei Jahre nach Beginn des Prozesses mit den drei Altverteidigern Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm und holte sich zwei weitere Anwälte. Diese hatten eine schriftliche Aussage mit ihr vorbereitet, in der Zschäpe bestritt, von den Morden und Sprengstoffanschlägen, die Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt begingen, vorab gewusst zu haben.

Vertrauens-Verteidiger fordern ebenfalls Freispruch

Die neuen Verteidiger hatten Ende April ebenfalls einen Freispruch von den meisten Anklagepunkten und eine Haftstrafe unter zehn Jahren gefordert.

Die Bundesanwaltschaft sieht dagegen ihre Anklage im NSU-Prozess bestätigt. Sie sieht Zschäpe als gleichberechtigtes Mitglied der Terror-Gruppe NSU und forderte eine lebenslange Haftstrafe, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und die anschließende Anordnung der Sicherungsverwahrung.

Am Vormittag hatte das Gericht mehrere offene Beweisanträge abgelehnt. Das Plädoyer von Zschäpes Altverteidigern wird noch bis mindestens Donnerstag dauern. Dann steht nur noch das letzte Wort der Angeklagten aus, und in wenigen Wochen kann das Urteil gesprochen werden.

NSU-Prozess: Zschäpe-Verteidiger fordern Freispruch
Ina Krauß, BR
05.06.2018 13:35 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juni 2018 um 13:08 Uhr.

Darstellung: