Gesellschaft für deutsche Sprache "Wutbürger" toppt "Stuttgart 21" und "Femitainment"

Stand: 17.12.2010 10:26 Uhr

Demonstrant gegen das Bahnprojekt "Stuttgart 21" | Bildquelle: REUTERS
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Nach "Wutbürger" kam "Stuttgart 21" auf Rang zwei der Worte des Jahres.

Die deutsche Gesellschaft für Sprache (GfdS) hat den "Wutbürger" zum Wort des Jahres gewählt. "Wutbürger" stehe für die Empörung in der Bevölkerung, "dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden". Das wichtigste Beispiel dafür war "Stuttgart 21", das die Sprachexperten auf Platz zwei wählten. Den dritten Platz nahm in Anspielung auf die Diskussion um den früheren Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin und sein Buch "Deutschland schafft sich ab" der Begriff "Sarrazin-Gen" ein.

Wort des Jahres 2009 war die "Abwrackprämie". Für ihre Liste aus zehn Wörtern sammelt die Gesellschaft jeweils prägnante Begriffe aus den Medien, die die öffentliche Diskussion in dem Jahr bestimmt haben.

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Die "Worte des Jahres"

Die Gesellschaft für deutsche Sprache stellte ihre Top Ten der Begriffe für 2010 vor.

Die Sprecher der Initiative "Wir wollen lernen"

"Wutbürger" allüberall, meint zumindest die GfdS: Die von "Wir wollen lernen" protestierten gegen die Hamburger Schulreforn - mit Erfolg, wie auch der schwarz-grüne Senat feststellen musste. Der verlor anschließend seinen Ersten Bürgermeister und platzte dann ganz. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Tradition seit 1971

Die Jury, bestehend aus dem Hauptvorstand und wissenschaftlichen Mitarbeitern der GfdS, wählt nach eigenen Angaben aus einer Sammlung von Wörtern und Wendungen, bei der auch Zuschriften an die GfdS berücksichtigt würden. Die seit 1971 gekürten Wörter des Jahres sind Begriffe, die die öffentliche Diskussion in einem Jahr besonders prägten, für wichtige Themen stehen oder aus anderen Gründen als charakteristisch für das jeweilige Jahr erscheinen.

Die Worte des Jahres
1. Wutbürger
2. Stuttgart 21
3. Sarrazin-Gen
4. Cyberkrieg
5. WikiLeaks
6. schottern
7. Aschewolke
8. Vuvuzela
9. Femitainment
10. unter den Eurorettungsschirm schlüpfen
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