Unfall auf der Autobahn

Strenger Winter in Europa Viele Unfälle auf den Straßen

Stand: 08.01.2017 10:13 Uhr

Unfälle, Notrufe, Verletzte - die Rettungskräfte in Deutschland müssen an diesem Wochenende Schwerstarbeit leisten. Der Winter setzte vor allem dem Norden und Westen ordentlich zu. Auch in Frankreich gab es schwere Unfälle.

Schneefall und Blitzeis haben in Teilen Deutschlands für abenteuerliche Verhältnisse auf den Straßen gesorgt. Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Nahe Hannover starb am Samstagabend ein Autofahrer, als sein Wagen von der verschneiten Straße rutschte und mit voller Wucht gegen einen Baum krachte.

Bei einer Karambolage auf der eisglatten Autobahn 46 bei Iserlohn wurden mindestens sechs Menschen verletzt, darunter mehrere Kinder. Fünf Autos seien an dem Unfall beteiligt gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

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Strenger Winter in Europa

Ein Fahrradfahrer stürzt bei extremer Glätte auf einem Radweg in Elmshorn, Schleswig-Holstein.

Ein Fahrradfahrer stürzt bei extremer Glätte auf einem Radweg in Elmshorn, Schleswig-Holstein. Spiegelglatte Wege im Norden haben zu Dutzenden Stürzen und Unfälle geführt. | Bildquelle: dpa

Auch auf der A30 in Ostwestfalen krachten zahlreiche Autos ineinander. Bei der Massenkarambolage mit zwei Lastwagen und 14 Autos seien mit viel Glück nur vier Menschen leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Nach einem kleinen Auffahrunfall in der Nähe von Löhne habe es auf der eisigen Fahrbahn eine Kettenreaktion gegeben.

Hunderte Einsätze in Hannover und Hamburg

In Hannover wurde der Busverkehr der Verkehrsbetriebe wegen spiegelglatter Straßen eingestellt. Bereits am frühen Abend seien wegen der Witterung keine Busse mehr gefahren, sagte eine Sprecherin der Polizei. Die Feuerwehr der niedersächsischen Landeshauptstadt rückte innerhalb weniger Stunden zu 250 wetterbedingten Einsätzen aus. Zwischen 17.00 und 21.30 Uhr seien insgesamt etwa 550 Notrufe eingegangen, zusätzlich habe es wegen des Glatteises 250 Rettungseinsätze gegeben, teilte die Feuerwehr am späten Abend mit. In den meisten Fällen seien Verletzte mit Knochenbrüchen oder Prellungen in Krankenhäuser gebracht worden.

Wetterchaos im Norden Deutschlands
tagesschau 10:00 Uhr, 08.01.2017, Lida Askari, NDR

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In Hamburg waren bereits am Mittag zahlreiche Fußgänger ausgerutscht und gestürzt. Die Feuerwehr der Hansestadt teilte am späten Samstagabend mit, dass zwischen 10.00 und 21.00 Uhr 392 wetterbedingte Einsätze angefallen seien. Es sei aber niemand lebensgefährlich verletzt worden.

Erneut Glatteis-Gefahr

Für einzelne Landstriche gab der DWD auch für heute eine Warnung vor Unwettern heraus. Vor allem im Westen und in der Mitte Deutschlands müsse erneut mit glatten Straßen gerechnet werden.

Tote bei Busunfall in Frankreich

Bei einem Busunfall in Frankreich wurden mindestens vier Menschen getötet und um die 20 verletzt. Unter den Opfern sind drei Schwerverletzte, wie der französische Innenminister Bruno Le Roux mitteilte. Der Unfall des portugiesischen Busses ereignete sich nahe Charolles im Departement Saône-et-Loire bei Lyon. Die Präfektur hatte zuvor von fünf Toten gesprochen, eines der Opfer habe aber von den Rettungskräften wiederbelebt werden können, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP.

In dem Bus seien Portugiesen auf dem Weg in die Schweiz gewesen, schrieb das Portal Creusot-Infos.com. Blitzeis wurde als mögliche Unfallursache genannt.

Strenger Frost

In Griechenland fielen die Temperaturen mancherorts auf minus 17 Grad. In der Nacht schneite es zudem erneut stark. Immer wieder kam es zu Stromausfällen, viele Straßen waren nicht befahrbar.

Heftiger Schneefall führte auch in Istanbul zu starken Verkehrsbehinderungen. Am Flughafen Atatürk, dem größten der Türkei, seien die Inlandsflüge bis zum frühen Abend eingestellt worden, wie die Nachrichtenagentur DHA meldete. Auch zahlreiche internationale Flüge wurden gestrichen. Der zwischenzeitlich eingestellte Schiffs- und Fährverkehr auf dem Bosporus wurde dagegen wieder aufgenommen.

Schneefall in Istanbul | Bildquelle: AP
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Ein türkischer Händler bietet im winterlichen Istanbul traditionelles Brot (Simit) an. Ein starker Schneefall sorgte in der türkischen Metropole für verstopfte Straßen und behinderte den Schiffsverkehr im Bosporus. Hunderte von Flügen mussten abgesagt werden.

In Moskau zeigte das Thermometer in der Nacht nach unterschiedlichen Berichten bis zu minus 28,5 Grad Celsius an. In der Ortschaft Klin nordwestlich von Moskau wurden sogar 35,9 Grad unter Null gemessen, wie die Agentur Tass meldete. Nach Einschätzung von Meteorologen sind die Temperaturen rund zwölf bis 15 Grad niedriger als gewöhnlich in dieser Jahreszeit. Die prognostizierten minus 40 Grad blieben jedoch aus.

An den Moskauer Flughäfen Scheremetjewo und Domodedowo fielen mehr als 80 Flüge aus. Anfang der Woche soll es Vorhersagen zufolge wieder wärmer werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Januar 2017 um 17:00 Uhr.

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