Würstchen | Bildquelle: dpa

Warnung vor verarbeiteten Fleischprodukten WHO stuft Wurst als krebserregend ein

Stand: 26.10.2015 14:03 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Wurst und Schinken als krebserregend eingestuft. Je mehr verarbeitete Fleischprodukte jemand isst, desto höher sei sein Risiko an Darmkrebs zu erkranken, so die Forscher. Auch rotes Fleisch sei wahrscheinlich krebserregend.

Würstchen, Schinken und anderes verarbeitetes Fleisch sind nach Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur krebserregend. Der regelmäßige Konsum erhöhe das Risiko für Darmkrebs, teilte die Behörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit.

Patrick Hünerfeld, SWR, zum Krebsrisiko Fleisch
tagesschau24 12:30 Uhr, 27.10.2015

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50 Gramm Fleisch = 18 Prozent höheres Krebsrisiko

Das Risiko steigt demnach umso stärker, je mehr Fleisch ein Mensch isst. "Jede verzehrte Portion verarbeiteten Fleischs von täglich 50 Gramm erhöht das Darmkrebsrisiko um 18 Prozent", hieß es in der IARC-Studie. Eine Arbeitsgruppe aus 22 Experten hatte mehr als 800 Studien über die Folgen des Fleischkonsums ausgewertet.

Zu den potenziell gesundheitsschädlichen Produkten gehören laut Studie neben Würstchen auch Trockenfleisch oder Soßen auf fleischlicher Basis. Bei diesen Nahrungsmitteln gebe es "hinreichende Anzeichen" dafür, dass ein Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs existiere, stellten die Wissenschaftler fest. Die IARC fügte verarbeitete Fleischerzeugnisse nun der selben Kategorie krebserregender Stoffe hinzu, in der sich beispielsweise auch schon Tabakrauch und Asbest befinden.

Auch rotes Fleisch gefährlich

Zudem stuften die Experten rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend ein. Es gebe "starke Anzeichen" für einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und dem Risiko, an Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs zu erkranken. Unter rotem Fleisch wird das Muskelfleisch aller Säugetiere verstanden, also auch von Rind, Schwein, Lamm, Kalb, Schaf, Pferd und Ziege.

Die Ergebnisse bestätigten geltende Gesundheitsempfehlungen, den Konsum von Fleisch zu begrenzen, sagte Agentur-Chef Christopher Wild.

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