Ein Mann hält sich seinen Regenschirm schützend vor das Gesicht. | Bildquelle: dpa

Sturmtief "Thomas" Viel Getöse, geringe Schäden

Stand: 24.02.2017 08:48 Uhr

Die letzten Ausläufer des Sturmtiefs "Thomas" rauschen noch über Deutschland hinweg. Die Schäden sind gering: Einige Karnevalsveranstaltungen mussten gestern abgesagt werden, zudem wurden Bahnstrecken zeitweise lahmgelegt. In Großbritannien und Irland tobte ein wesentlich schwereres Unwetter.

Das Sturmtief "Thomas" färbte die Unwetterkarte für Deutschland gestern gelb, orange und rot - der Deutsche Wetterdienst hatte für das gesamte Bundesgebiet Warnungen ausgesprochen - mit Regen, Gewittern und Sturmböen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern. Am heftigsten tobte "Thomas" durch das Ruhrgebiet, der Norden kam glimpflicher davon.

Größere Schäden hat der Sturm nicht verursacht. Am Dortmunder Hauptbahnhof stürzte eine Oberleitung auf einen Zug. Ob wirklich der starke Wind die Ursache war, steht laut Polizei aber nicht fest. Verletzt wurde niemand. In Dresden wurde zur Sicherheit das sogenannte Bus-Monument mit zusätzlichen Gewichten am Sockel versehen. Die drei auf der Motorhaube stehenden Busse vor der Frauenkirche sollen ein Mahnmal für die Stadt Aleppo in Syrien sein, die durch den dort herrschenden Krieg zerstört wurde.

Sturmtief über Deutschland
tagesschau 12:00 Uhr, 24.02.2017, Andreas Hilmer, NDR

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Karnevalsfeiern abgebrochen

Im Ruhrgebiet verhagelte das Sturmtief allerdings vielen Jecken die Karnevalslaune. In Bonn wurde die Party auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt und auch das Altweibertreffen auf dem Alten Markt in Mönchengladbach wurde gestrichen. In Düsseldorf mussten die Altweiber vorzeitig ihr Bühnenprogramm beenden.

In der Karneval-Hochburg Köln zogen zwar rund 20.000 Kostümierte durch die Straßen, im Vergleich zu den Vorjahren waren das aber weniger Feiernde, hieß es von der Stadtverwaltung. In der Stadt waren durch die Sturmwarnung die städtischen Parks und Friedhöfe geschlossen worden, zudem wurden die Menschen aufgerufen, waldreiche Gebiete zu meiden. Die Feuerwehr rückte zu mehr als 150 Einsätzen aus - meist aufgrund von umgestürzten Bäumen oder Ziegeln, die von Dächern geweht worden waren. Auch aus anderen Städten im Ruhrgebiet wie Düsseldorf meldeten Rettungskräfte eine ähnliche Einsatzlage. Ein Autofahrer wurde dadurch schwer verletzt, dass ein im Sturm umgeknickter Baum auf seinen Wagen stürzte.

Zudem kam es in Nordrhein-Westfalen mehrfach zu Problemen im Straßen- und Bahnverkehr. Züge mussten gestoppt werden, auch hier waren umgestürzte Bäume schuld, die die Gleise blockierten. Sperrungen gab es auch in Niedersachsen und Baden-Württemberg . Probleme gab es auch am Wuppertaler Hauptbahnhof, wie eine Bahnsprecherin sagte. Kurz vor dem Bahnhof stürzte ein Baum auf die Oberleitung und auf einen ICE. Die rund 70 Fahrgäste wurden aus dem Zug gebracht.

Bahnreisende im Norden mussten ebenfalls mehr Geduld mitbringen. Auf der Strecke zwischen Neumünster und Bad Segeberg fuhr ein Zug der Nordbahn gegen einen Baum auf den Schienen. Von den 51 Fahrgästen wurde niemand verletzt, sie konnten ihre Fahrt mit dem Bus fortsetzen.

In Deutschland soll sich die Sturmfront bis zum Nachmittag verzogen haben.

Verletzte und eine Tote in Großbritannien

Ein wesentlich größeres Chaos hat der Sturm "Doris" in Großbritannien angerichtet. Landesweit mussten zahlreiche Flug- und Bahnverbindungen gestrichen werden oder hatten Verspätung. Am Londoner Flughafen Heathrow, dem größten Airport des Landes, wurden nach Angaben der Flughafenverwaltung rund zehn Prozent der Flüge annulliert.

Meterhohe Wellen brechen sich am Pier von Newhaven in Großbritannien. | Bildquelle: dpa
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Meterhohe Wellen brechen sich am Pier von Newhaven in Großbritannien.

In Liverpool wurde der Hafen wegen starker Windböen geschlossen. Auch Schulen waren von dem Unwetter betroffen, in der Küstenregion bei Aberdeen fiel der Unterricht aus. Im zentralenglischen Ort Wolverhampton wurde eine Frau von herumfliegenden Trümmerteilen am Kopf getroffen. Sie verstarb noch am Unfallort. Mehrere Menschen wurden zudem durch umstürzende Bäume verletzt. Für Donnerstag wurden in Schottland und im Nordwesten Englands bis zu 30 Zentimeter Schneefall vorhergesagt.

Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde fegt "Doris" auch über Irland hinweg: Bis zu 80.000 Haushalte in Irland und Nordirland waren zwischenzeitlich ohne Strom.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Februar 2017 um 20:00 Uhr.

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