Bei dichtem Schneefall befahren Personenwagen am 17.01.2018 eine Straße in Langenhagen (Niedersachsen).  | Bildquelle: dpa

Sturmwarnung "Friederike" kommt

Stand: 18.01.2018 08:34 Uhr

Es wird ein stürmischer Tag: Meteorologen warnen vor Orkanböen bis 160 Stundenkilometer. Gefahr droht nicht nur durch kräftige Böen, sondern auch durch Glätte. Der Flughafen München streicht mehrere Inlandsflüge.

Auf Deutschland kommt ein stürmischer Tag zu. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt, dass es in vielen Teilen des Landes Orkanböen bis zu 115 Stundenkilometern geben kann.

In Hochlagen kann es noch heftiger werden. So wird im Harz mit Windgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern gerechnet. Das Sturmtief "Friederike" zieht ab dem Morgen von Nordrhein-Westfalen und dem südwestlichen Niedersachsen aus Richtung Südosten über das Land.

Unwetterwarnungen gelten auch für große Teile Hessens, Sachsens, Sachsen-Anhalts, Thüringens, den Nordosten von Bayern, den Südwesten von Brandenburg und Hochlagen im Schwarzwald und Bayerischen Wald sowie in den Alpen über 1500 Meter.

Im Norden und Nordosten zwischen Schleswig-Holstein und Vorpommern kann es längere Zeit schneien. Der Deutsche Wetterdienst erwartet Neuschneemengen bis zu 10 cm. Im Schwarzwald und im Allgäu ist mit Dauerregen zu rechnen, im Westen mit Schauern und vereinzelten Gewittern.

Vielerorts fällt der Schulunterricht aus, etwa im Oberharz in Niedersachsen, Teilen von Mittelhessen und Oberfranken. In NRW, wo für das gesamte Land Unwetterwarnungen ausgegeben wurden, können die Schulen selbst entscheiden, ob sie aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben, wie das Schulministerium mitteilte. In Oberfranken hat die Bezirksregierung angeordnet, für Donnerstag alle Unterrichtsstunden nach 12.00 Uhr zu streichen.

Aufenthalte im Freien vermeiden

In Regionen, denen Orkanböen drohen, empfehlen die Meteorologen, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Sie warnen vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

Im Regional- und Fernverkehr sind Beeinträchtigungen möglich. Die Deutsche Bahn rief Fahrgäste dazu auf, sich im Vorfeld über Verspätungen und Zugausfälle zu informieren. In NRW stellte die Bahn den Zugverkehr am Vormittag komplett ein.

Deutsche Bahn @DB_Info
Beeinträchtigungen im Bahnverkehr aufgrund des angekündigten Sturmtiefs Friederike möglich. Alle Infos hier: https://t.co/TI1qccX8HV #bahn #SN #TH #ST #Friederike

Am Münchner Flughafen wurden am Morgen einige Flüge gestrichen. Insgesamt acht Flüge der Lufthansa von und nach Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Köln wurden annulliert. Im Laufe des Tages könnten zudem noch weitere Flugausfälle hinzukommen, sagte ein Sprecher. Auch die Flughäfen Hannover und Bremen schränkten ihren Betrieb ein. Am Frankfurter Flughafen herrscht hingegen Regelbetrieb. "Wir haben keine Probleme", sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport.

Neben dem Wind bleibt die Glätte in vielen Teilen Deutschlands weiterhin ein Problem - vor allem im Norden, in der Mitte, im Osten und im Süden drohen laut DWD am Morgen noch rutschige Straßen. Im Westen und Nordwesten von Niedersachsen zählte die Polizei vom Abend bis in die Nacht rund 30 Glätteunfälle. Auf den Autobahnen 28 und 29 krachte es "im Minutentakt", wie die Polizei mitteilte.

Auch in Oberbayern berichtete die Polizei von vielen Unfällen durch Schneefall. In Baden-Württemberg kam kurz nach Mitternacht ein 23-Jähriger ums Leben. Er saß auf dem Beifahrersitz eines Wagens, der gegen einen Sattelzug schleuderte. Der Fahrer war bei Glätte zu schnell unterwegs gewesen.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 17. Januar 2018 um 00:22 Uhr.

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