Krawalle in Hamburg | Bildquelle: REUTERS

Anti-G20-Demo Viele Verletzte auf beiden Seiten

Stand: 07.07.2017 10:30 Uhr

Brennende Barrikaden und Autos, Feuerwerkskörper und Pflastersteine - nachdem die Anti-G20-Demonstration "Welcome to Hell" in Hamburg gestoppt worden war, eskalierte die Situation. Autonome lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei - auf beiden Seiten gab es Verletzte.

Am Vorabend des G20-Gipfels in Hamburg ist es zu massiven gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Bei der Kundgebung "Welcome to Hell", die zunächst friedlich am Fischmarkt begonnen hatte, flogen Flaschen und es wurden Feuerwerkskörper gezündet. Später brannten umgestürzte Mülltonnen und mehrere Autos.

Die Polizei setzte Wasserwerfer und Pfefferspray ein und trieb die rund 12.000 großteils friedlichen Teilnehmer der Demonstration auseinander.

Polizei im Schanzenviertel in Hamburg | Bildquelle: AFP
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An mehreren Stellen in der Stadt brannte es.

Wasserwerfer der Polizei im Schanzenviertel in Hamburg | Bildquelle: dpa
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Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die Aktivisten vor.

Verletzte auf beiden Seiten

Nach einer ersten Übersicht der Polizei wurden bei den Protesten mindestens 111 Beamte verletzt. Die Zahlen zu verletzten Demonstranten oder unbeteiligten Menschen lägen noch nicht vor, teilte die Polizei mit.

Bis zum Vormittag gab es demnach 29 Festnahmen und 15 Ingewahrsamnahmen von G20-Gegnern.

1000 Vermummte in der Menge

Nach Polizeiangaben hatten sich etwa 1000 Vermummte unter die Demonstranten gemischt. Sie waren ursprünglich sogar von bis zu 8000 gewaltbereiten Autonomen ausgegangen. Der Veranstalter erklärte den Demonstrationszug nach gut einer Stunde für beendet. Dieser war nur wenige Meter weit gekommen.

Die Veranstalter von "Welcome to Hell" warfen der Polizei ein unverhältnismäßiges Vorgehen vor. Noch während man Demonstranten aufgefordert habe, ihre Vermummung abzulegen, sei die Polizei bereits massiv gegen Protestierende vorgegangen. Ein Polizeisprecher erklärte: "Eine Vermummung in einem Aufzug ist ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und wird von uns nicht geduldet."Man habe versucht, den "Schwarzen Block" der Linksautonomen von den friedlichen Demonstranten zu trennen - dann hätte die Kundgebung fortgesetzt werden können. Dies sei aber nicht gelungen.

'Welcome to Hell' hinterlässt Spuren der Verwüstung in Hamburg
Sondersendung, 07.07.2017

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Kleingruppen in den Nebenstraßen

Aus der Menschenmenge lösten sich anschließend immer wieder einzelne Gruppen, die in Nebenstraßen verschwanden. Gewalttäter rüsteten sich laut Polizei mit Gerüstteilen und Steinen aus, errichteten Hindernisse auf Straßen und zündeten diese zum Teil an. An einem Kaufhaus im Stadtteil Altona, an Banken und am Amtsgericht gingen Scheiben zu Bruch. Polizeipräsident Ralf Martin Meyer bereichtete von vielen Kleingruppen, die durch die Stadt zögen. Diese errichteten Barrikaden, Beamte würden angegriffen.

Nachdem Polizei und Aktivisten miteinander Gespräche geführt hatten, formierte sich erneut ein Demonstrationszug und setzte sich - von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet - in Bewegung. Bereits nach kurzer Zeit wurden erneut Wasserwerfer eingesetzt.

Ausschreitungen an der Roten Flora

Auch um das besetzte Theater Rote Flora kam es zu Krawallen und Ausschreitungen. Barrikaden wurden in Brand gesetzt, nach Polizeiangaben brannten Fahrräder, Unrat und andere Gegenstände. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die militanten Demonstranten an der Roten Flora vor. Die Rote Flora ist eines der wichtigsten Zentren der Autonomen in Deutschland.

Andreas Hilmer, NDR, mit Informationen zu den aktuellen Protesten
nachtmagazin 00:05 Uhr, 07.07.2017

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Insgesamt seien gegen Mitternacht noch etwa 6000 Demonstranten auf Hamburgs Straßen unterwegs gewesen, erklärte die Polizei.

Zitat von Merkel zu den Demos

Steffen Seibert @RegSprecher
Kanzlerin #Merkel in einem vor dem #G20-Gipfel veröffentlichten Interview zu friedlichen Demonstranten und zu gewalttätigen Protesten: https://t.co/o4WtwyL561

Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte am späten Abend ein Zitat von Kanzlerin Angela Merkel aus einem in der "Zeit" veröffentlichten Interview und kritisierte damit die gewalttätigen Demonstrationen.

Blockaden der Anfahrtsrouten

Für heute haben die Gipfelgegner Blockaden angekündigt. Sie wollen die Anfahrtsrouten lahmlegen und planen auch Aktionen im Hafen. Heute beginnt der zweitägige Gipfel offiziell, an dem US-Präsident Donald Trump sowie seine Kollegen aus Russland und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, teilnehmen.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 06. Juli 2017 um 00:13 Uhr.

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