Frank-Jürgen Weise leitet seit kurzem auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge | Bildquelle: dpa

Chef des Flüchtlingsamts benennt Probleme Weises erste Mängelliste

Stand: 30.09.2015 12:28 Uhr

Erst seit knapp zwei Wochen managt Deutschlands oberster Job-Vermittler auch das Flüchtlingsamt. Doch eine erste Mängelliste hat Frank-Jürgen Weise schon fertig. Vor allem fehle es an Klarheit, effizienter Zusammenarbeit - und Personal.

Der neue Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Frank-Jürgen Weise, beklagt mangelnde Transparenz bei den Flüchtlingszahlen in Deutschland. Bislang gebe es keine gute Übersicht, wie viele Menschen ins Land kämen, wo sie sich aufhielten, wie sie verteilt und ihre Anliegen bearbeitet würden, sagte Weise. Hier müsse mehr Klarheit her, etwa durch eine bessere Zusammenarbeit von BAMF, Bundespolizei, Ländern, Kommunen und Bundesagentur für Arbeit (BA).

Chef des BAMF stellt Mängelliste vor
tagesschau 14:00 Uhr, 30.09.2015, Gisela Staiger, BR

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Daten fünfmal erfasst

Auch Rückstände müssten dringend aufgearbeitet werden. Schätzungen nach seien 290.000 Flüchtlinge in Deutschland noch nicht registriert. Für zwei Drittel der Asylbewerber dauere es von der Erfassung bis zum Bescheid fünf Monate, sagte Weise. In vielen Fällen seien die Menschen aber vor der Erfassung bereits zwei bis drei Monate im Land. Ein Drittel der Schutzsuchenden habe keinen Pass dabei, was viele Verfahren erschwere. "Diesen Zeitraum können wir wesentlich verkürzen", sagte Weise. Dafür sei eine bessere Infrastruktur zur Datenverarbeitung erforderlich. Derzeit würden Daten fünfmal erfasst.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) | Bildquelle: dpa
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Im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) stapeln sich die Asylanträge. Mehr Personal ist nötig.

Mehr Personal

Und mehr Personal ist nötig, denn mit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen hat der Personalaufbau bei der obersten Asylbehörde nicht Schritt gehalten. Weise hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt als Behördenleiter mehr Personal gefordert: 3000 zusätzliche Mitarbeiter sind seiner Meinung nach nötig. Derzeit arbeiten im BAMF 6300 Menschen.

Jetzt sprach Weise von 2000 Beschäftigten, die zusätzlich benötigt würden. Wenn diese Stellen in den Haushaltsberatungen des Bundes genehmigt würden, könne er diese relativ schnell besetzen. Dazu würden eingespielte Personal-Rekrutierungszentren der Arbeitsagentur beitragen.

Weise ist BA-Chef und hatte nach dem Rückzug des bisherigen BAMF-Präsidenten, Manfred Schmidt, Mitte September zusätzlich die Leitung der Migrationsbehörde übernommen.

Ministerin Wanka gibt Millionen für junge Flüchtlinge

Die Bundesregierung macht unterdessen Tempo in Sachen Integration. 130 Millionen Euro zusätzlich soll es speziell für gezielte Schul- und Ausbildungsangebote für junge Flüchtlinge geben. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sei jünger als 25 Jahre, "also in einem Alter, in dem sie eine Ausbildung benötigten", sagte Ministerin Johanna Wanka. Nach der Grundversorgung der Migranten durch Wohnungen werde Integration durch Bildung "in den nächsten Jahren zum Schwerpunkt der Politik werden müssen", stellte die CDU-Politikerin fest.

Wanka nannte mehrere Beispiele, die bis 2017 mit den 130 Millionen Euro gefördert werden sollen. Um die Sprachkompetenz der Flüchtlinge zu steigern, würden spezielle Lernapps entwickelt. Wanka sagte, die meisten jungen Flüchtlinge besäßen ein Smartphone - ein Umstand, den man sich zunutze machen müsse. Darüber hinaus sei geplant, ehrenamtliche Helfer über den Volkshochschulbund zu schulen, damit sie mit Flüchtlingen Deutsch üben könnten.

Für eine Integration in den Beruf müssten außerdem Kompetenzen und Potenziale der Flüchtlinge analysiert werden. Dafür sollten bereits bestehende Instrumente, wie das Anerkennungsgesetz oder die frühe Berufsorientierung in Schulen, genutzt und auf Flüchtlinge abgestimmt werden.

Chef des Flüchtlingsamts benennt Mängel
K. Boffo, BR
30.09.2015 14:03 Uhr

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