Gelb-bräunliche Schlieren sind in Finsterrot in der Gemeinde Wüstenrot an einem Uferbereich des Finsterroter Sees zu sehen. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Wasserqualität Zu viele Algen in deutschen Seen

Stand: 13.04.2018 10:38 Uhr

Algen statt klares Wasser: Fast drei Viertel der Seen in Deutschland sind in keinem guten Zustand. Verantwortlich für die schlechte Wasserqualität ist laut Grünen vor allem die Landwirtschaft.

Nur jeder vierte See in Deutschland ist ökologisch in einem guten Zustand - in den meisten ist die Wasserqualität bedenklich. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Demnach erreichen 24 Prozent der Gewässer Messwerte, die nach EU-Kriterien als gut gelten. Fast drei Viertel der Seen sind nach Ansicht der Experten in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand. Lediglich 2,3 Prozent könnten als sehr gut bewertet werden, heißt es in der Antwort, die auch dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Die Werte seien weit von vereinbarten Zielen entfernt, schreibt die Bundesregierung.

Gelb-bräunliche Schlieren sind in Finsterrot in der Gemeinde Wüstenrot an einem Uferbereich des Finsterroter Sees zu sehen. | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Gelb-bräunliche Schlieren im Finsterroter See in Baden-Württemberg

"Algen wachsen - Seen veröden"

Den Seen in Deutschland gehe es schlecht, erklärte die Abgeordnete Steffi Lemke. "Fische und Pflanzen, die hier typischerweise vorkommen, finden in diesen Seen keinen Lebensraum mehr." Diese Gewässer würden unter der Vergüllung durch die Landwirtschaft leiden. "Der hohe Nährstoffgehalt lässt Algen übermäßig wachsen und die Seen somit veröden und verlanden." Sie kritisierte, dass im neuen Koalitionsvertrag "die so notwendige Wende zum Schutz der Natur" ausbleibe.

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, ihre Gewässer bis spätestens 2027 in einen guten Zustand zu bringen.

Auch Flüsse in schlechtem Zustand

Das Bundesumweltministerium hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass Gewässer und Auen weiter zu den bedrohten Lebensräumen in Deutschland gehören. In mehr als 93 Prozent der insgesamt 8995 Flüsse lebten nicht mehr die Gemeinschaften aus Fischen, Pflanzen und Kleintieren, die man dort eigentlich vorfinden müsste. Als Grund nannte das Ministerium Belastungen aus der Landwirtschaft sowie Begradigungen, Verbauungen oder Unterbrechungen durch Wehre.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. April 2018 um 09:00 Uhr.

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