Schreckschußpistole "Walther P22" | Bildquelle: dpa

"Kleiner Waffenschein" Run auf Schreckschusspistolen und Co.

Stand: 25.11.2016 08:43 Uhr

Sie fühlen sich offenbar unsicher und wollen sich schützen: Immer mehr Deutsche beantragen einen "Kleinen Waffenschein", um u.a. Schreckschusspistolen mit sich führen zu dürfen. Der Anstieg innerhalb eines Jahres ist enorm.

Immer mehr Menschen in Deutschland legen sich einen "Kleinen Waffenschein" zu - offenbar, um sich selber vor möglichen Angriffen zu schützen und sich sicherer zu fühlen. Ende Oktober waren knapp 450.000 dieser Waffenscheine registriert, die dem Inhaber u.a. erlauben, Schreckschusspistolen mit sich zu führen. Dies seien rund 63 Prozent mehr als noch Ende Oktober 2015.

Auslöser offenbar die Kölner Silvesternacht

Bereits nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen vor dem Kölner Hauptbahnhof und anderswo in der Silvesternacht hatten die Behörden in mehreren Bundesländern wachsendes Interesse am "Kleinen Waffenschein" gemeldet.

"Das zeigt, dass Sicherheit ein ganz großes Thema ist - die Leute sind verunsichert", sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU). Der Staat müsse noch mehr tun als bisher. Überall würden mehr Polizisten eingestellt, bessere Schutzausrüstungen und Fahrzeuge gekauft. Zugleich müsse aber der Kampf gegen internationale Banden verstärkt werden, auch mit einer bundesweit einheitlichen Datenbank und mehr Videoüberwachung, so Bouillon.

Wer einen "Kleinen Waffenschein" besitzt, darf Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen verdeckt führen - und nur im Notfall damit schießen. Voraussetzung für die Erteilung der Erlaubnis ist, dass der Bewerber volljährig sowie persönlich geeignet ist und zuverlässig erscheint.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. November 2016 um 09:00 Uhr.

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