Fragen und Antworten

Fragen und Antworten zum Waffenrecht Wer darf eine Waffe besitzen?

Stand: 13.03.2009 16:39 Uhr

Ob strengere Waffengesetze mehr Sicherheit bringen könnten, ist umstritten. Mehrere Vorschriften waren bereits nach dem Amoklauf von Erfurt 2002 verschärft worden. tagesschau.de gibt einen Überblick über Regelungen des Waffenrechts.

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Wer darf Waffen besitzen?

Grundsätzlich gilt ein Mindestalter von 18 Jahren, bei Sportschützen liegt es bei 21 Jahren. Der Umgang mit Waffen oder Munition ist je nach Art verboten oder bedarf - insbesondere bei Schusswaffen - einer Erlaubnis. Die Erlaubnis zum Erwerb und Besitz ist die behördlich ausgestellte Waffenbesitzkarte, für die Zuverlässigkeit, Sachkunde, körperliche Eignung und ein besonderes Bedürfnis nachgewiesen werden müssen. Dieses Bedürfnis liegt zum Beispiel bei Jägern, Sportschützen, Bewachungspersonal oder Waffensammlern vor. Junge Erwachsene unter 25 Jahren müssen außerdem ein medizinisch-psychologisches Gutachten vorlegen, um eine Waffenbesitzkarte zu bekommen. Diese Regelung wurde als Konsequenz aus dem Amoklauf von Erfurt 2002 eingeführt.

Wer darf eine Waffe bei sich tragen?

Zum Führen von Schusswaffen ist ein nur befristet erteilter Waffenschein nötig, der nicht mit der Waffenbesitzkarte zu verwechseln ist. Der Schein wird üblicherweise nur für Berufsgruppen wie Polizisten, Personenschützer oder Förster ausgestellt.

Was gilt für Sportschützen?

Auch sie brauchen eine Waffenbesitzkarte. Um ihr Bedürfnis für den Waffenbesitz zu belegen, benötigen Bewerber ein Befürwortungsschreiben ihres Schützenvereins. Der Inhaber darf seine Waffe zu Hause aufbewahren, zum Schießstand transportieren und dort benutzen. Zur Selbstverteidigung oder anderen Zwecken außerhalb des Vereinsgeländes darf die Waffe nicht verwendet werden. Hierfür ist ein Waffenschein notwendig.

Wieviele Waffen darf ein Sportschütze haben?

Sportschützen müssen nach dem Gesetz bei mehr als drei halbautomatischen Langwaffen und mehr als zwei mehrschüssigen Kurzwaffen nachweisen, dass sie eine neue Waffe für weitere Sportdisziplinen oder einen Wettkampf brauchen. Da es mehrere Disziplinen gebe, könne es durchaus vorkommen, dass Sportschützen verschiedene Waffen besitzen, erklärt Jürgen Hafner, Referent für Waffenrecht beim Württembergischen Schützenverband. Eine generelle Obergrenze gebe es nicht.

Wieviel Munition ist üblich?

Die Menge an Munition, über die der Vater von Tim K. offensichtlich verfügte, ist nach Einschätzung Hafners nicht besonders ungewöhnlich. Die kleinste erhältliche Einheit seien 50 Stück. Nach Kenntnis der Ermittler verschoss Tim K. eine dreistellige Zahl an Munition.

Wie müssen Sportschützen Waffen und Munition lagern?

Waffen und Munition sind getrennt zu verwahren, die Waffen in einem Tresor, die Munition in einem verschlossenen Behältnis, wie Hafner erklärt. Die Regeln dafür wurden nach dem Amoklauf von Erfurt verschärft. Inzwischen sind sogar Wanddicke, Schloss und Härtegrad der Waffenschränke vorgeschrieben: Mindestens 200 Kilogramm muss der Tresor wiegen oder fest am Boden verschraubt sein. Zugang dürfe nur der Berechtigte haben.

Was droht Sportschützen, die ihre Waffen nicht ordnungsgemäß aufbewahren?

Wird eine fehlerhafte Aufbewahrung nachgewiesen, führe dies zunächst zur "Unzuverlässigkeit" eines Schützen, so der Vizepräsident des Deutschen Sportschützenburndes, Jürgen Kohlheim. In einem solchen Fall werde die Waffe eingezogen und die Waffenerlaubnis widerrufen. Dem Waffenbesitzer drohe dann ein Strafverfahren. Laut Waffengesetz sei bei leichteren Verstößen mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro und bei schweren Verstößen mit einer Gefängnisstrafe zu rechnen.

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