Unwetter in Berlin | Bildquelle: REUTERS

Unwetter Klatschnass in der Hauptstadt

Stand: 29.06.2017 20:05 Uhr

Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und nasse Füße: Über Teilen von Deutschland sind schwere Unwetter niedergegangen. Besonders feucht wurde es in Berlin. Dort musste die A100 zeitweise gesperrt werden. Die Feuerwehr rückte zu mehr als 750 Einsätzen aus.

Tief "Rasmund" hat in Teilen Deutschlands für heftige Regenfälle und Unwetterwarnungen gesorgt. Besonders betroffen: die Hauptstadt. Wegen des heftigen Regens war eine der meist befahrenen Autobahnen Deutschlands, die A100 in Berlin, zeitweise blockiert. Die Stadtautobahn musste wegen Überschwemmung in eine Richtung vorübergehend voll gesperrt werden. Nach etwa drei Stunden wurde sie wieder für den Verkehr freigegeben.

Berliner Feuerwehr @Berliner_Fw
#Unwetter Stand 20Uhr: 780 wetterbedingte Einsätze. 480 sind noch nicht beendet oder beschickt worden. Insgesamt fast 2000 Einsätze heute

Die Berliner Feuerwehr rückte mehr als 750 Mal aus. Vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen mussten abgepumpt werden. Am Flughafen Tegel wurden Flüge gestrichen und Maschinen umgeleitet. Der Sprecher der Berliner Flughäfen, Daniel Tolksdorf, erklärte, das für den Flughafen Tegel geltende Nachtflugverbot sei aufgehoben worden, um den Fluggästen die Weiterreise zu ermöglichen. Die zuständige Berliner Behörde habe "im Sinne der Fluggäste eine Ausnahmegenehmigung erteilt".

U-Bahnhöfe liefen voll Wasser. Im Stadtteil Charlottenburg wurde ein Haus so stark unterspült, dass es evakuiert werden musste. Besserung ist nicht in Sicht: Der Chef der Feuerwehr, Wilfried Gräfling, sagte dem rbb, die Einsatzkräfte stellten sich darauf ein, die ganze Nacht durchzuarbeiten. Gräfling appellierte an die Berliner: "Bleibt zu Hause, liebe Bürger." Immerhin: Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Unwetter in Berlin | Bildquelle: dpa
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Autos fahren über überflutete Straßen bei Starkregen in Berlin-Wilmersdorf.

"So viel Regen wie sonst in einem Monat"

Kräftige Gewitter mit Starkregen, starkem Wind und Unwettern haben auch in anderen Regionen Deutschlands für Beeinträchtigungen gesorgt. In Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen rechnet der Deutsche Wetterdienst mit bis zu 80 Litern Niederschlag pro Quadratmeter. "Da kommt in zwei Tagen so viel runter, wie wir sonst in der Statistik für den gesamten Monat Juni verzeichnet haben", sagte Kent Heinemann vom Institut für Klimakommunikation in Hamburg.

Nach heftigem Regen hat die Feuerwehr vielerorts in Niedersachsen vollgelaufene Keller und Firmengebäude auspumpen müssen. Einige Straßen waren vorübergehend nicht passierbar. Größere Schäden wurden zunächst nicht bekannt. Allein in Hannover rückte die Feuerwehr zu rund 160 Einsätzen aus.

Die Schleswig-Holsteiner müssen sich auch weiterhin insbesondere an der Ostseeküste auf starken Regen und Böen einstellen. "Zu einem Frühstück auf der Terrasse oder einer Gartenparty würde ich nicht raten", sagte Heinemann. Auch Hamburg wird nicht trocken bleiben.

Glimpflich verlief die Regenfront zunächst in Baden-Württemberg. Trotz heftigen Regens in der Nacht zum Donnerstag blieben größere Schäden nach Polizeiangaben aus. Am Freitag drohten allerdings auch dort gebietsweise noch unwetterartiger Regen und stürmische Böen bis zu 75 Kilometern pro Stunde.

Juni insgesamt warm aber zu trocken

Trotz der zuletzt heftigen Unwetter war der Juni in der Wetterstatistik etwas zu trocken. Dabei gab es aber extreme Unterschiede zwischen Gebieten mit äußerst viel und sehr wenig Niederschlag. Vor allem im nördlichen Rheinland-Pfalz sowie im Rhein-Main-Gebiet war es deutlich zu trocken.

Insgesamt war der diesjährige Juni der viertwärmste seit Beginn der regelmäßigen Temperaturmessungen im Jahr 1881. Nur in den Jahren 2003, 1930 und 1917 war der Monat noch wärmer, berichtete der Deutsche Wetterdienst. Die Temperaturen lagen um 2,6 Grad über dem langjährigen Mittel.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juni 2017 um 20:00 Uhr.

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