Ein Blitz während eines kräftigen Gewitters über einem Feld, auf dem zwei Windkrafträder stehen. | Bildquelle: dpa

Unwetter in Deutschland "Paul" zieht ab - Grillwetter kommt

Stand: 23.06.2017 18:51 Uhr

Mit Orkanböen, Gewittern und Hagel haben heftige Unwetter Teile Deutschlands in Atem gehalten - nun zieht das Sturmtief ab und macht schönerem Wetter Platz. Nur im äußersten Süden kann es noch einmal krachen. Der Bahnverkehr erholt sich nur langsam.

Schönes Wetter folgt am Wochenende auf das Sturmtief "Paul", das mit Hagel und heftigen Gewittern vielerorts erhebliche Schäden angerichtet hat. Nur im äußersten Süden und dem Alpenraum könnten sich am Samstag noch einmal kräftige Schauer und Gewitter zusammenbrauen, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Der neue Tiefdruckwirbel "Quirin" bringt gutes Grillwetter: 19 und 24 Grad im Norden und Nordosten, sonst zwischen 25 und 29 Grad.

Einsatzkräfte waren vielerorts mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Wegen der Sturmschäden vom Donnerstagabend und der Nacht hatten Reisende auf einigen Strecken mit Verspätungen und Streckensperrungen zu kämpfen. So war die ICE-Strecke von Berlin nach Düsseldorf und Köln den halben Tag dicht - bei Gütersloh hatte "Paul" die Oberleitung abgerissen. Auch auf der Fernstrecke Hamburg-Hannover ging zeitweise nichts mehr.

Das Sturmtief war am Donnerstag und in der Nacht mit Gewittern, Starkregen, Hagel und einem Tornado über die Nordhälfte Deutschlands gezogen. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben. Ein 50-Jähriger wurde in der Nähe von Uelzen in Niedersachsen in einem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. Im Kreis Gifhorn starb eine 83 Jahre alte Frau, nachdem sie mit ihrem Auto durch das Geäst eines umgestürzten Baumes gefahren war.

Unwetter über Deutschland
tagesschau 16:00 Uhr, 23.06.2017, Carsten Wagner, NDR

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Etliche Passagiere an Flughäfen gestrandet

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld strandeten in der Nacht wegen des Sturms etliche Passagiere. Etwa 2400 Menschen mussten nach Angaben eines Flughafensprechers dort übernachten. Es kam zeitweise zu chaotischen Zuständen am Flughafen Tegel. Die Bodenabfertigung wurde an beiden Flughäfen bis Freitagvormittag mehrmals unterbrochen. Blitzschläge hätten sonst Mitarbeiter und Passagiere gefährden können.

Passagiere schlafen auf aufgestellten Feldbetten am Flughafen Berlin-Schönefeld. | Bildquelle: dpa
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Rund 2400 Menschen mussten wegen des Sturms am Flughafen Berlin-Schönefeld übernachten.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte, es sei wünschenswert, wenn die Behörden in solchen Ausnahmesituationen flexibler reagieren würden - etwa bei der Genehmigung von Landungen außerhalb der generell erlaubten Zeiten. Eine Maschine aus Frankfurt am Main etwa habe am Donnerstag nicht mehr in Tegel landen dürfen, weil sie erst kurz nach 23 Uhr ankam - und sei deshalb nach Schönefeld umgeleitet worden. Das sei für die Passagiere ärgerlich. Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der Fluggesellschaft Air Berlin.

Flüchtlingsheim in Berlin geräumt

In Berlin wurde ein Flüchtlingsheim mit 200 Bewohnern geräumt, weil ein Blitz in ein Nachbargebäude eingeschlagen war. Laut Feuerwehr fing der Garagenkomplex Feuer, insgesamt brannten etwa 170 Quadratmeter. Wegen der starken Rauchentwicklung räumten die Einsatzkräfte die nahe Flüchtlingsunterkunft.

Baum stürzt auf Tigergehege im Zoo Magdeburg

Im Magdeburger Zoo warf der Sturm rund die Hälfte der Bäume um - einer fiel auf das Tigergehege. Bis auf weiteres bleibe der Zoo deshalb geschlossen, sagte Zoodirektor Kai Perret. Wie hoch die Schäden tatsächlich seien, lasse sich erst nach den Aufräumarbeiten abschätzen. Auch das Leopardengehege sei zum großen Teil zerstört worden. Die Tiere müssen zunächst in den kleineren Innengehegen bleiben. Im Magdeburger Zoo leben Perret zufolge zwei Tiger und drei Leoparden. Je nach Dauer der Reparaturarbeiten werde überlegt, die Tiere so lange in anderen Zoos unterzubringen.

Unwetter während des Konzertes der US-Band Guns N' Roses in Hannover | Bildquelle: dpa
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Unwetter während des Konzertes der US-Band Guns N' Roses auf dem Messegelände in Hannover

Guns-N'-Roses-Konzert unterbrochen

In den meisten Regionen kam es hauptsächlich zu kleineren Schäden durch umgestürzte Bäume, Starkregen oder Blitzeinschläge. Allein in Hannover wurde die Feuerwehr nach Angaben der Stadt zu mehr als 500 Einsätzen gerufen. In Berlin gab es 300 wetterbedingte Feuerwehreinsätze. In Hamburg rückte die Feuerwehr rund 240 Mal aus. Auch im Süden Deutschlands gewitterte es am späten Abend heftig, das große Chaos blieb dort aber aus.

In Hannover musste ein Guns-N'-Roses-Konzert unterbrochen werden. Die Band spielte vor 70.000 Zuschauern später die Show zu Ende. Im Berliner Olympiastadion gab die Popgruppe Depeche Mode trotz heftiger Gewitterschauer vor Tausenden durchnässten Fans ein Konzert.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Juni 2017 um 16:00 Uhr.

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