Trump beim Abflug in Hamburg | Bildquelle: AFP

Trump nach G20-Gipfel "Goodbye" mit einem Lächeln

Stand: 09.07.2017 13:15 Uhr

Trotz überschaubarer Ergebnisse hat US-Präsident Trump den G20-Gipfel als "wunderbaren Erfolg" gewertet. Dass er in einigen Themen isoliert war, schien ihn nicht zu kümmern. Denn zumindest beim Handel gab Trump den Ton an.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington, zzt. Hamburg

US-Präsident Donald Trump verzichtete auf die eigentlich geplante Pressekonferenz am Ende des G20-Gipfels. Schon an Bord der Air Force One verkündete er sein Fazit per Twitter: Der G20-Gipfel sei "ein wunderbarer Erfolg" gewesen, den Bundeskanzlerin Angela Merkel "schön organisiert" habe.  Auch die Sicherheitsbehörden hätten einen "spektakulären Job" gemacht. Dass seine Regierung beim Klimaschutz isoliert dastand, darauf ging der US-Präsident nicht ein.

Donald J. Trump @realDonaldTrump
Law enforcement & military did a spectacular job in Hamburg. Everybody felt totally safe despite the anarchists. @PolizeiHamburg #G20Summit

Dass es zu keinem Rückfall hinter die Beschlüsse des Pariser Klimaschutzabkommens kam, sieht UN-Generalsekretär Antonio Guterres als "wichtigen Erfolg" des Gipfels von Hamburg. In den tagesthemen sagte er: "Es gab 19 Länder, die sehr solide zusammenstanden und sich verpflichtet haben, den Kurs fortzusetzen. Und dies ist meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Erfolg."

Umweltverbände zufrieden - trotz US-Haltung

Dabei hatte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach dem Gipfel-Ende noch für Irritationen gesorgt. Das türkische Parlament werde das Klimaschutzabkommen nur dann im Parlament ratifizieren, so Erdogan, wenn sein Land nicht als Industrieland, sondern als Entwicklungsland eingestuft werde und weniger zahlen müsse. Und Erdogan deutete an, dass die Front der 19 Länder weiter bröckeln könne.

Dennoch äußerten sich die meisten Umweltverbände zufrieden darüber, dass beim Klimaschutz erstmals in der Geschichte der G20-Gipfel ein Dissens in der Abschlusserklärung festgeschrieben wurde. Für Gastgeber Deutschland sei dies nun eine besondere Verpflichtung, meint Christoph Bals von der Umweltorganisation Germanwatch: "Wer das mit organisiert und international vorangebracht hat, der muss jetzt auch einen Plan für den Kohle-Ausstieg vorlegen. Oder dafür, wie das Mobilitätssystem neu organisiert wird."

Die Einigung beim zweiten schwierigen Thema - dem freien Welthandel - wurde überwiegend als klassischer Kompromiss bewertet. Als Zugeständnis an die USA schaffte es die Formulierung "legitimer Schutzinstrumente im Handel" in die Abschlusserklärung. Den Europäern gelang es, eine Absage an den Protektionismus durchzusetzen.

Reaktionen auf den G20-Gipfel
M. Ganslmeier, ARD Washington
09.07.2017 12:28 Uhr

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Dieser Beitrag lief am 09. Juli 2017 um 12:14 Uhr im Deutschlandfunk Kultur.

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