Polizisten bei einer Razzia in einer Frankfurter Moschee | Bildquelle: dpa

Durchsuchungen in Hessen Razzia gegen mutmaßliche IS-Unterstützer

Stand: 01.02.2017 11:10 Uhr

Schlag gegen mutmaßliche Terroristen: Die hessische Polizei hat Dutzende Objekte durchsucht und einen Tunesier verhaftet, der an einem Anschlag in seiner Heimat beteiligt gewesen sein soll. Zudem soll er Extremisten in Deutschland angeworben haben. Auch in Berlin gab es eine Razzia.

Die Polizei ist in Hessen und Berlin gegen mutmaßliche Unterstützer des "Islamischen Staats" (IS) vorgegangen. Am frühen Morgen durchsuchten Beamte 54 Objekte in ganz Hessen, darunter Wohnungen, Geschäftsräume und Moscheen. Konkret ging es um den Verdacht der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Razzien gegen hessische Islamistenszene
tagesschau 12:00 Uhr, 01.02.2017, Andreas Clarysse, HR

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An Anschlag in Tunesien beteiligt?

Die Durchsuchungen richteten sich gegen 16 Beschuldigte im Alter zwischen 16 und 46 Jahren. Hauptverdächtiger ist ein 36-jähriger Tunesier, der sich laut Landeskriminalamt widerstandslos festnehmen ließ. Er wird von den Behörden seines Heimatlandes wegen Beteiligung am Anschlag auf das Bardo-Museum mit 21 Toten im März 2015 gesucht.

Infos zum Ermittlungsverfahren ► https://t.co/2WxUeeT4in Pressestatement heute 10:00 Uhr im #HLKA #Ermittlungen

Gegen den Mann werde in Tunesien "wegen der mutmaßlichen Beteiligung an der Planung und Umsetzung" des Angriffs ermittelt, erklärte Frankfurts Oberstaatsanwalt Alexander Badle. Auch im Zusammenhang mit einem Angriff auf die Grenzstadt Ben Guerdane im März 2016, bei dem 13 Sicherheitskräfte und sieben Zivilisten getötet wurden, werde der 36-Jährige gesucht.

Keine konkreten Anschlagsziele

Neben den Vorwürfen aus Tunesien wird der Mann zudem verdächtigt, als Anwerber und Schleuser für die Terrormiliz "Islamischer Staat" aktiv gewesen zu sein. Er soll zudem ein Netzwerk von Unterstützern aufgebaut haben, um einen Terroranschlag in Deutschland zu verüben. Konkrete Anschlagspläne habe es aber nicht gegeben, betonte Oberstaatsanwalt Badle. Die Planung sei in einer frühen Phase gewesen.

Nach Angaben des hessischen Innenministers Peter Beuth waren an der Großrazzia mehr als 1100 Beamte beteiligt. Sie durchsuchten Wohnungen, Geschäftsräume und Moscheen in Frankfurt am Main, Offenbach, Darmstadt, Limburg und Wiesbaden sowie in den Kreisen Offenbach, Groß-Gerau, Marburg-Biedenkopf und Main-Taunus.

"Eine deutliche Botschaft an die radikalen Islamisten"

Beuth betonte, die Polizei habe frühzeitig eingegriffen. "Mit den Maßnahmen senden wir eine deutliche Botschaft an die radikalen Islamisten in Hessen: Wir haben die Szene fest im Blick", sagte der CDU-Politiker. "Wir dulden in unserem Land keine verblendeten Fanatiker, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnen, die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit Hassbotschaften verbreiten und zum Kampf gegen Andersgläubige aufrufen."

Verhaftungen auch in Berlin

Schon gestern Abend waren in Berlin drei Terrorverdächtige verhaftet worden. Es gab auch mehrere Durchsuchungen. Ein Polizeisprecher sagte dem rbb, die 21, 31 und 45 Jahre alten Männer würden verdächtigt, Kontakt zum IS gehabt und Reisen in die syrischen und irakischen Kriegsgebiete geplant zu haben. Auch sie hatten demnach aber keine konkreten Anschlagspläne.

Auch die "Fussilet"-Moschee in Moabit wurde durchsucht. Die drei Männer sollen dort regelmäßig verkehrt haben. Auch Anis Amri war in diesem Moschee-Verein ein- und ausgegangen. Unmittelbar vor dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am 19. Dezember war er dort von einer Überwachungskamera gefilmt worden.

Durchsuchungen bei salafistischem Netzwerk
S. Haase, HR
01.02.2017 07:32 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesschau am 01. Februar 2017 u.a. um 10:40 Uhr und 12:00 Uhr.

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