Deutsche Bundeswehrsoldaten tragen bei einer Übung im Rahmen der Ausbildungsmission im Irak ABC-Schutzkleidung. | Bildquelle: dpa

Irak und Afghanistan Bundestag verlängert Bundeswehr-Missionen

Stand: 22.03.2018 22:31 Uhr

Der Einsatz der Bundeswehr im Irak wird ausgeweitet: Künftig sollen deutsche Soldaten die irakischen Streitkräfte für den Kampf gegen die Terrormiliz IS ausbilden. Auch die Mission in Afghanistan wird fortgesetzt.

Deutschland wird den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) weiter mit Soldaten der Bundeswehr unterstützen. Der Bundestag stimmte für ein Mandat, das den Einsatz im Irak bis Oktober verlängert. Allerdings sinkt die maximale Zahl der Soldaten, die für die Mission abberufen werden von 1200 auf 800 Einsatzkräfte.

Ausbildung wird ausgeweitet

Bislang bildeten Soldaten im Norden des Iraks Kämpfer - vor allem von der kurdischen Peschmerga - für den Kampf gegen den IS aus. Diese Mission soll nun ausgeweitet werden: Künftig bilden die Bundeswehrkräfte die Mitglieder der regulären irakischen Armee aus.

Zudem sollen weiterhin Tornado-Jets von Jordanien aus starten und Aufklärungsflüge über Syrien und dem Irak absolvieren.

Deutsche Soldaten zwischen den Fronten?

Im Bundestag brachten die neuen Koalitionspartner Union und SPD das Mandat für den verlängerten Bundeswehreinsatz auf den Weg. In der Opposition stieß dies auf Kritik: Die Abgeordneten der Grünen, der Linkspartei und der AfD stimmten gegen das neue Mandat. Die Oppositionsparteien befürchten, die deutschen Soldaten könnten im Konflikt zwischen der irakischen Regierung und den Kurden zwischen die Fronten geraten.

Deutschland unterstützt seit 2014 die Kurden im Nordirak mit Waffenlieferungen, im Jahr darauf startete die Ausbildungsmission mit anfänglich 100 Soldaten. Die Bundeswehr setzte ihre Ausbildungsmaßnahmen im vergangenen Jahr jedoch zeitweise aus, als es zu wiederholten Gefechten zwischen der Peschmerga und irakischen Regierungstruppen gekommen war.

Mehr Soldaten an den Hindukusch

Auch am Hindukusch in Afghanistan werden sich weiterhin deutsche Soldaten an der Ausbildungsmission der NATO beteiligen. Die Bundesregierung will mehr Einsatzkräfte für die Mission bereitstellen: Die Obergrenze der Soldaten wird mit dem neuen Mandat von 980 auf 1300 angehoben.

Der Einsatz in Afghanistan dauert mittlerweile seit 16 Jahren an. Seit 2013 beteiligen sich deutsche Soldaten jedoch nicht mehr an Kampfhandlungen, sondern beraten und schulen die Sicherheitskräfte des Landes.

Einsatz im Mittelmeer

Die Bundeswehr beteiligt sich außerdem bis Ende März 2019 weiter an dem NATO-geführten Einsatz "Sea Guardian" im Mittelmeer. Der Bundestag beschloss eine entsprechende Verlängerung des Mandats für die Mission, für die bis zu 650 deutsche Soldaten entsandt werden dürfen. Ziel von "Sea Guardian" ist, mit Schiffen und Flugzeugen den Seeraum im Mittelmeer zu überwachen. Damit sollen Terrorismus und Waffenschmuggel bekämpft werden. Verdächtige Schiffe können kontrolliert werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. März 2018 um 20:00 Uhr.

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