Orkan Friederike legt Bahnverkehr lahm | Bildquelle: dpa

Orkan "Friederike" Bahn stellt Fernverkehr bundesweit ein

Stand: 19.01.2018 19:08 Uhr

Mit bis zu 140 km/h ist Orkan "Friederike" über Deutschland gezogen und hat Tote, Verletzte und schwere Schäden hinterlassen. Die Bahn musste den Fernverkehr in ganz Deutschland einstellen.

Wegen der Schäden durch den Orkan "Friederike" hat die Deutsche Bahn den Zugverkehr in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vollständig eingestellt. Darüber hinaus wurde der Fernverkehr in ganz Deutschland stillgelegt.

Die Einstellung des Zugverkehrs erfolge aus Sicherheitsgründen, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Reisenden würden Übernachtungen in Hotelzügen angeboten. Außerdem teile die Bahn Übernachtungs- und Taxigutscheine aus.

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte die Maßnahme. "Vorsicht ist natürlich immer eine gute Sache, aber man kann auch übervorsichtig sein", sagte der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. Dort, wo der Wind schwächer sei und keine Bäume an den Gleisen stünden, müsse der Betrieb nicht eingestellt werden. Der Bahn-Stillstand in ganz Deutschland sei "undifferenziert", erklärte er.

Sophie Mühlmann, NDR, zur Stimmung am Hauptbahnhof Hannover
tagesschau24 18:00 Uhr, 18.01.2018

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Mindestens fünf Todesopfer

In weiten Teilen Deutschlands hatte Orkan "Friederike" schwere Schäden verursacht. Besonders stark betroffen waren Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Später zog der Sturm nach Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Brandenburg und Berlin weiter. Laut Deutschem Wetterdienst ist "Friederike" der schwerste Sturm seit mehr als zehn Jahren.

In Sundern (Sauerland) starb ein Feuerwehrmann im Einsatz. In Emmerich wurde ein 59-Jähriger Mann auf einem Campingplatz am Rhein von einem Baum erschlagen. Er sei sofort tot gewesen, teilte die Polizei mit. Im Kreis Soest starb ein 68 Jahre alter Autofahrer bei einem durch den Sturm verursachten Verkehrsunfall.

Arnim Stauth, ARD Brüssel, zum Sturmtief über Europa
tagesschau24 14:00 Uhr, 18.01.2018

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Auch in Bad Salzungen (Thüringen) starb ein Feuerwehrmann während eines Einsatzes, als er von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Ein weiterer Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. Im südlichen Brandenburg starb ein Fahrer in seinen Lkw, der vermutlich in eine Windböe geriet und umkippte.

In Hamburg wurde ein 17 Jahre alter Schüler lebensgefährlich verletzt, als ihn ein Ast mit etwa 30 Zentimetern Durchmesser im Stadtteil Winterhude am Kopf traf. Der Ast sei aufgrund von Schneelast in zehn Metern Höhe abgebrochen, meldete die Polizei.

Zehntausende ohne Strom

In vielen Städten Nordrhein-Westfalens fiel der Schulunterricht aus. Tausende Eltern mussten ihre Kinder vorzeitig abholen. Bis zu 100.000 Menschen waren zeitweise ohne Strom. Die Feuerwehr rückte zu Hunderten Einsätzen aus.

Auch der Flugbetrieb wurde durch "Friederike" beeinträchtigt. Der Flughafen Köln/Bonn und der internationale Flughafen Schiphol in Amsterdam stellten vorübergehend ihren Betrieb ein. Das Terminal des Paderborner Flughafens musste evakuiert werden, weil das Dach abzuheben drohte.

Inzwischen hat sich der Sturm abgeschwächt. Der Deutsche Wetterdienst erwartet, dass sich die Lage weiter beruhigt. Für das Wochenende kündigen die Meteorologen eine Abkühlung und neue Schneefälle an.

Jan Hofer, WDR, aus Weeze in Nordrhein-Westfalen
tagesschau 12:00 Uhr, 18.01.2018

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Über dieses Thema berichtete am 18. Januar 2018 u.a. die tagesschau um 12:00 Uhr und tagesschau24 um 15:00 Uhr.

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