Hans-Christian Ströbele | Bildquelle: dpa

Bundestagswahl 2017 Ströbele tritt nicht mehr an

Stand: 13.12.2016 23:01 Uhr

Er ist der Grüne mit dem roten Schal, links und streitbar - seit 18 Jahren sitzt Hans-Christian Ströbele im Bundestag, er ist einer profiliertesten Grünen-Politiker. Nun verzichtet der 77-Jährige auf eine neue Kandidatur. Er wolle sich den Stress nicht weiter antun.

Hans-Christian Ströbele verzichtet auf eine weitere Kandidatur für den Bundestag. Das teilte der grüne Bundestagsabgeordnete via Twitter mit. Der Nachrichtenagentur dpa sagte Ströbele, er wolle sich den Stress von nun noch mal insgesamt fünf Jahren nicht weiter antun.

Christian Ströbele @MdB_Stroebele
Zur nächsten Bundestagswahl kandidiere ich nicht, habe ich soeben meiner grünen Basis in Friedrichshain-Kreuzberg gesagt.

Ein Rückzug aus der Politik steht laut Ströbele aber nicht bevor. Bis zum Ende der Legislaturperiode will der Grüne im Bundestag aktiv bleiben.

Der 77-Jährige sitzt seit 1998 im Bundestag. 2009 hatte der Kreuzberger Politiker seinen Wahlkreis mit 46,8 Prozent zum dritten Mal in Folge gewonnen. Er ist der einzige direkt gewählte Grüne im Bundestag. Der Politik-Veteran gilt bundesweit als einer der profiliertesten Vertreter der Grünen. Seit 2014 ist er Mitglied im NSA-Untersuchungsausschuss.

Gauland der nächste Alterspräsident?

Zuletzt hatten Parteifreunde Ströbele zur erneuten Kandidatur aufgefordert - auch um einen möglichen AfD-Politiker als Alterspräsidenten zu verhindern. Einzelne Leute seien an ihn herangetreten, hatte Ströbele gesagt. Ströbele teilte damals mit, er werde alle Fragen in seine Entscheidung einbeziehen. Nicht nur bei den Grünen herrscht die Sorge, dass die AfD bei einem allgemein erwarteten Einzug in den Bundestag mit dem stellvertretenden Parteivorsitzenden Alexander Gauland den Alterspräsidenten stellen könnte. Gauland ist 75 Jahre alt.

In jüngster Zeit hat sich der Jurist Ströbele unter anderem für den US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden eingesetzt, der den NSA-Geheimdienstskandal ans Licht gebracht hatte. Ströbele besuchte Snowden in Moskau und sprach sich dafür aus, dem Amerikaner Asyl in Deutschland zu gewähren.

Der 1939 in Halle geborene Ströbele war unter anderem Verteidiger der terroristischen "Roten Armee Fraktion". Ströbele war damals ein führender Vertreter der außerparlamentarischen links-alternativen Bewegung und Gründer der Berliner "tageszeitung".

Ein Urgestein geht: Ströbele verzichtet auf neue Kandidatur
M. Mair, MDR
14.12.2016 09:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 13. Dezember 2016 um 01:15 Uhr.

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