Studie zu Stress am Arbeitsplatz Zu viel Druck und kaum Pausen

Stand: 16.03.2015 11:36 Uhr

Sie machen kaum Pausen, arbeiten mit hohem Tempo und gehen auch mal krank zur Arbeit: Viele Beschäftigte in Deutschland setzten laut einer neuen Studie wegen der Stressbelastung im Job ihre Gesundheit aufs Spiel.

Wegen großen Drucks am Arbeitsplatz gehen viele Beschäftigte fahrlässig mit ihrer Gesundheit um. Das ist das Ergebnis einer vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung und der Krankenkasse Barmer GEK. Demnach legt ein Viertel der repräsentativ befragten Vollzeit-Beschäftigen ein zu hohes Arbeitstempo vor. Langfristig, so die Interviewten, sei das nicht durchzuhalten.

Stress am Arbeitsplatz | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie
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Druck im Job: Viele Beschäftigte gehen laut einer Studie fahrlässig mit ihrer Gesundheit um.

Laut der Studie stoßen 18 Prozent oft an ihre Leistungsgrenzen, 23 Prozent machen keine Pausen. Jeder Achte kommt sogar krank zur Arbeit. Damit wachse bei vielen die Gefahr, die eigene Gesundheit zu gefährden, so das Ergebnis der Studie. Die Betroffenen konsumieren auch übermäßig viel Nikotin oder vermeintlich leistungssteigernde Medikamente.

Für viele wird der Job so zum Hamsterrad: Nur jeder zweite Arbeitnehmer glaubt demnach, dass er dieser Spirale aus steigendem Druck und Überforderung entrinnen kann. Jeder Zweite meint, keinen oder nur geringen Einfluss auf die Arbeitsmenge zu haben. 40 Prozent sagen das auch über ihre Arbeitsziele.

Wie wieder raus aus der Stressspirale?

Für Brigitte Mohn vom Vorstand der Bertelsmann-Stiftung müssen die Unternehmen eingreifen. "Das Management kann die Leistungskultur maßgeblich beeinflussen und durch realistische Arbeitsziele ein gesünderes Arbeitsumfeld schaffen", sagte Mohn. Um das selbstgefährdende Verhalten der Beschäftigten zu reduzieren, schlagen die Autoren der Studie regelmäßig verbindliche und realistische Zielvereinbarungsgespräche mit dem Arbeitgeber vor.

Nach Ansicht von Barmer GEK-Chef Christoph Straub müssen sich die Unternehmen stärker engagieren. "Wir brauchen in erster Linie keine neuen Rechtsvorschriften", sagte Straub mit Blick auf das von der Koalition geplante Präventionsgesetz. Nötig sei vielmehr eine unternehmerische "Kultur, die Gesundheit als Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg anerkennt und fördert".

Für die Studie wurden rund tausend Erwerbstätige befragt. Bereits seit zehn Jahren analysieren Barmer GEK und Bertelsmann Stiftung mit dem Gesundheitsmonitor Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. März 2015 um 9:30 Uhr.

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