Eine Mitarbeiterin nimmt die Daten von Asylbegewerbern auf. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Herkunft von Flüchtlingen Sprachsoftware soll Dialekte erkennen

Stand: 17.03.2017 13:11 Uhr

Die Herkunft von Asylbewerbern ist nicht immer leicht zu überprüfen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge möchte nun eine Software einsetzen, die Dialekte erkennen kann. So soll das Heimatland schneller und sicherer festgestellt werden können.

Aus welchem Land ein Flüchtling kommt, das können die Entscheider im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) oft nur schwer feststellen. Denn häufig fehlen die Papiere. Nach Angaben des BAMF haben etwa sechzig Prozent der Asylsuchenden, die seit 2015 angekommen sind, keine gültigen Ausweisdokumente vorgelegt.

Nun soll eine Software nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" helfen, Dialekte zu erkennen. Das BAMF hofft, dass so das Herkunftsland eines Flüchtlings viel schneller, einfacher und sicherer festgestellt werden kann.

Regulärer Einsatz nicht vor 2018

"Die Idee ist, von Asylantragstellern eine separate Sprachprobe aufzunehmen und einer automatischen Dialektanalyse zu unterziehen", sagte Julian Detzel vom BAMF. Innerhalb der kommenden zwei Wochen sollen die ersten Tests beginnen. Allerdings sei mit einem Einsatz der Software nicht vor 2018 zu rechnen.

Die Software soll den Entscheidern im BAMF helfen, die Angaben der Asylsuchenden zu überprüfen - als einer von mehreren "Indikatoren". Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge betritt damit technologisches Neuland.

Sammeln der Daten ist sehr aufwendig

Experten zeigen sich zum Teil skeptisch, wie zuverlässig die Sprachsoftware sein kann. Denn sie lernt mithilfe von Trainingsdaten, verschiedene Sprecher zu unterscheiden. Aber: "Einen perfekten Datensatz zu erstellen ist praktisch unmöglich", sagt Dirk Hovy, Computerlinguist an der Universität von Kopenhagen. Deswegen müsse man über eine breite Datenbasis verfügen, damit die Software zuverlässig arbeiten könne. Und genau diese zu gewinnen sei sehr aufwendig.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. März 2017 um 13:00 Uhr in den Nachrichten.

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